Aufbruchstimmung bei Entertainment on Demand
Neue Vermarktungs- und Vertriebsmodelle standen gestern bei der Fachveranstaltung "Video on Demand - Das Businessforum 2004" im Vordergrund. Vertreter von Film-, Musik-, und Spieleindustrie diskutierten, welche digitalen Geschäftsmodelle Erfolg versprechend sind und den Kundenbedürfnissen am besten entsprechen.
Der digitale Vertrieb von Unterhaltungsformaten über Breitbandnetze gewinnt auch in Deutschland an Fahrt. "Entertainment on Demand wird sich nicht revolutionär entwickeln, sonder evolutionär", so die Prognose von Marc Schröder, Director Product Marketing T-Online auf der gestrigen Veranstaltung "Video on Demand- Das Businessforum 2004". Bei der von der MBA in Zusammenarbeit mit dem Entertainment Media Verlag veranstalten Fachtagung diskutierten vor rund 100 Teilnehmern in der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) in München Topreferenten aus den Bereichen, Film, Musik, Games und Plattformbetreiber über den digitalen Vertrieb von Unterhaltung. Fred Kogel, Vorstand Constantin Film, sieht in Video on Demand (VoD) "einen zusätzlichen, sehr wichtigen Bestandteil in der Verwertungskette" und verlangte eine Verkürzung der Auswertungsfristen zwischen Kino und Video. Hans Stettmeier, Leiter Partner & Alliance Unit Microsoft forderte die anwesenden Branchenvertreter auf, "mehr zusammenzuarbeiten", damit On-Demand-Dienste ein Massenmarkt werden. Peter Zombik, Geschäftsführer Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft will "den Kunden das geben, was sie wollen", aber angesichts der Musikpiraterie "die Kontrolle über die Distribution zurückgewinnen". Für TV-Kabelnetzbetreiber wie ish sei Entertainment on Demand "strategisch sehr wichtig und eine große Chance", sagte Stefan Lennardt, Vice President Corporate Communication ish Deutschland in München. Laut Thomas Henkel von der Unternehmensberatung Booz Allen & Hamilton sind die Konsumenten bereit, mehr Geld für Unterhaltung auszugeben, wenn das Produkt überzeugt. Dazu müssen "Pakete mit einem echten Mehrwert geschnürt werden", so Henkel. "Wir müssen unsere bestehenden Geschäftsmodelle radikal überdenken", forderte Schröder die Teilnehmer des Businessforums auf.