Breitband verändert Entertainmentvertrieb

Chris Deering, Sony Computer Entertainment Europe
Chris Deering, Sony Computer Entertainment Europe © None

Mit der wachsenden Zahl schneller Internetverbindungen steht der Unterhaltungsindustrie ein neuer Vertriebskanal für ihre Produkte zur Verfügung. Auf einer Breitband-Konferenz in München wurden neue Geschäftsmodelle diskutiert.

Die wachsende Zahl breitbandiger Übertragungswege wird die Unterhaltungsindustrie verändern. "Entertainment erobert das Internet", sagte Burkhard Graßmann, Vorstand T-Online International AG, gestern auf der Konferenz "Breitband-Perspektiven" in München. Jetzt müssten für die Verbraucher neue interaktive Dienste wie Video on Demand bereitgestellt werden; Technik und Infrastruktur seien vorhanden. Bis 2008 rechnet Graßmann bei Breitband mit einer Haushaltspenetrationsrate von mehr als 30 Prozent. Chris Deering von Sony Computer Entertainment Europe versprach eine "next wave": Spielekonsolen würden über Breitband miteinander vernetzt und seien künftig "Plattformen für Content und Services". Prof. Dr. Thomas Hess von der Universität München sieht in Tauschbörsen auch Chancen für die Entertainmentbranche. Geschäftsmodelle wie Apples iTunes Music Store seien nichts anderes als Musiktauschbörsen mit Kontrollfunktion - nur mit dem Unterschied, dass damit Geld verdient werde. Gleichzeitig warnte er die Medienunternehmen davor, an ihren klassischen Geschäftsmodellen festzuhalten, denn "diese werden nicht mehr funktionieren". Dr. Youngmin Chin von Korea Telecom aus Seoul zeigte, welche wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Bedeutung Breitband in einer modernen Volkswirtschaft haben wird. In Südkorea verfügen 76 Prozent der Haushalte über einen Breitbandinternetzugang, so viele wie in keinem anderen Land der Welt.

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