Budgetsoftware: Präsentationsmodule im Vergleich

Budgetsoftware: Präsentationsmodule im Vergleich
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Die Pyramide, die Säule und der DVD-Tower: drei Verkaufsdisplays zur separaten Präsentation von Budgetgames im Wettstreit am Point of Sale. Die Zweit- und Drittvermarktung ehemals vollpreisiger Titel ist gerade in konjunkturell schwierigen Zeiten ein florierendes (Zusatz-)Geschäft. Wie behaupten sich die drei Konkurrenten ak tronic, Pointsoft und Koch Media im Kampf um die Laufkundschaft? Welche Zukunftspläne haben die Anbieter?

Budgetsoftware wird gerade bei der Zielgruppe der Casual Gamer immer beliebter. Bei Preisen von zehn Euro oder weniger überlegt man auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht lange. Ein Umstand, den sich ak tronic, Pointsoft und Koch Media Deutschland zunutze machen. Von ihnen stammen die drei besprochenen Verkaufsdisplays für Budgetsoftware.

Die Pyramide von ak tronic ist, was die Anzahl aufgestellter Displays im deutschsprachigen Raum betrifft, einsamer Platzhirsch. An die 5000 Stück finden sich in der Handelslandschaft über Ketten wie Saturn und Vobis verteilt. Peter Schroer, Geschäftsführer von ak tronic, ist mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Pyramide sehr zufrieden und spricht sogar vom "erfolgreichsten PoS-Verkaufskonzept in der Entertainmentindustrie aller Zeiten". Frédéric Bichat, Managing Director von Pointsoft und verantwortlich für die Säule, betrachtet jedoch nicht die Masse der Verkaufsdisplays als einzig entscheidendes Erfolgskriterium: "Unsere hervorragende Marktposition drückt sich in unseren Gesamtverkaufszahlen aus - im Juni waren wir nach Vivendi und Electronic Arts drittstärkster Anbieter im Segment CD-ROM-Games bis 28 Euro." Auch Dietmar Tönges, Vertriebsleiter Koch Media, ist mit der wirtschaftlichen Entwicklung des erst wenige Monate alten DVD-Towers zufrieden und hebt die knapp 300 Platzierungen des Turms im Handel hervor.

Die Verbreitung der Displays beschränkt sich schon lange nicht mehr auf den Gameshandel. In Supermärkten, Verbrauchermärkten und "Cash and Carry"-Märkten ist die Pyramide zu finden. Einzig vom Discounthandel nimmt Peter Schroer Abstand: "Der Discounthandel ist nicht bereit, unsere Preise zu akzeptieren." Auch die Säule nutzt die Ambivalenz der Handelslandschaft: "50 Prozent Flächenmärkte, 30 Prozent Food-Märkte und 20 Prozent Buchhandlungen, Independents und Videotheken", so verteilen sich laut Frédéric Bichat die Säulen in Deutschland. Die Platzierungen in den Food-Märkten sieht Bichat dabei als den größten Erfolg an. Dietmar Tönges bescheinigt seinem Tower an beinahe allen Standorten positive Umsatzzahlen, "auch bei Kunden, die sonst über sinkende Softwareumsätze klagen".

Budgetsoftware für jedermann

Peter Schroer differenziert hier: "In einem Staples laufen zum Beispiel Anwendungen besser, in einem Toys'R'Us-Kinderspiele." Es hänge ganz von der vorhandenen Laufkundschaft und der Frequenz am Point of Sale ab, so Schroer. Das Feedback seitens der Handelspartner fällt durchweg positiv aus. Frédéric Bichats Säule wird von seinen Partnern als platzsparende und übersichtliche Warenpräsentationsform gelobt. Die separate Präsentation von Software in einem klar abgegrenzten Display ist auch der Trumpf der beiden Mittbewerber. Peter Schroer sucht die Handelspartner zudem durch "den guten Service und überzeugende Margen" zufrieden zu stellen. Dietmar Tönges macht bei den Geschäftskunden mit Endkundenwerbung in der Special-Interest- Presse eine gute Figur.

Doch aus welchen Käuferschichten setzen sich die Budgetkunden zusammen? Tönges sieht "Kunden, die bei Vollpreisprodukten zögern bzw. auf Raubkopien zurückgreifen" als vorrangige Tower-Interessenten. Auch Spieler, die Lust haben, ein Game schnell anzutesten, ohne dafür eine ernsthafte Summe ausgeben zu müssen, stehen bei Koch Media auf dem Marketingplan. Peter Schroer quittiert die Frage nach den Käuferschichten seiner Pyramide mit einem simplen, aber nicht weniger aussagekräftigen "Alle!". Frédéric Bichat betrachtet "Gelegenheitskäufer und auch Familienväter, die mit oder ohne Kinder einkaufen gehen" als Kundschaft der Säule. Natürlich zielen darauf alle drei Displayanbieter ab: Impulskäufer sind die wichtigste Zielgruppe.

Um sich von der Konkurrenz abzuheben, ist laut Schroer das Quäntchen mehr an Einsatz notwendig: "In der heutigen Zeit ist ein Produkt sehr leicht austauschbar. Unser Anspruch liegt darin, dem Kunden neben einem guten Produkt einen noch besseren Service zu bieten. Das führt letztlich zu orginären Endprodukten." Während sich Bichat, wie bereits erwähnt, hier auf die Gesamtverkaufszahlen seiner Säule verlässt, setzt Tönges auf das Verpackungsformat als DVD-Box. Schließlich sei das Format "im Gamesbereich mittlerweile weitgehend etabliert", so Tönges. Den tatsächlichen Vorteil des Towers sieht er aber im Dienst am Endkunden: "Der Kunde bekommt in der Regel 1:1 in vollem Umfang das ehemalige Vollpreisprodukt - nur zu einem weit niedrigeren Preis."

Werbepräsenz ist Erfolgsfaktor

Koch Media ist also darauf bedacht, den Kunden nicht mit Neuauflagen ohne oder mit minderwertiger Anleitung und Zubehör zu vergraulen, und hat dem Konzept mit der neu geschaffenen Dachmarke "Towerplay" bereits einen Namen gegeben. Diesen will das Unternehmen in den kommenden Monaten "sowohl branchenseitig als vor allem auch auf Seiten des Endkunden bekannt machen. Neben intensiver Pressearbeit werden regelmäßige Marketingaktionen - inklusive ganzseitigen Inseraten in den Gamesmagazinen - ihre Wirkung nicht verfehlen", so Tönges über die geplanten Marketingaktivitäten. Frédéric Bichat möchte in Zukunft das Midprice- und Budgetsegment von Pointsoft mit "gezielten Kommunikationsmaßnahmen verstärkt unterstützen". Dabei verlässt er sich auf die Agentur 4-Real Intermedia. Neben dem kommenden Marketingaufwand für die Vollpreistitel will Bichat also in gleichem Maß den Bekanntheitsgrad und die Nachfrage der Budgetlabels vorantreiben. "Die Säule bleibt ein wichtiges abverkaufsunterstützendes Instrument", so Bichat.

Peter Schroer verweist hinsichtlich der Pläne von ak tronic auf die Games Convention - man darf gespannt sein. Dietmar Tönges' Zukunftspläne sind da schon anschaulicher: Eine vierstellige Anzahl platzierter DVD-Tower hat Koch Media im Visier. Denn: "Je breiter die Platzierung, desto stärker entwickelt sich das Sortiment", meint Tönges. Die Schlacht um das beste Display am Point of Sale ist in jedem Fall noch lange nicht geschlagen. Platzhirsch ak tronic muss aufpassen, dass seine Pyramiden-Massen nicht mit List und Tücke der Angreifer verdrängt werden. Doch allem Wettbewerb zum Trotz scheinen die Displays im Moment recht harmonisch zu koexistieren, die positiven Aussagen der Konkurrenten bezeugen einen nahrhaften Wettbewerb - für alle Teilnehmer.

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