Crytek unter Raubkopie-Verdacht

Crytek unter Raubkopie-Verdacht
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Die Durchsuchung der Büroräume von Crytek wird trotz angeblicher Funde illegaler Software keine Auswirkungen auf die Fertigstellung von "Far Cry" haben. Dennoch droht dem Entwickler ernst zu nehmender Ärger: Die BSA erwägt eine Zivilklage.

Es wäre das Schlimmste, was sich die Branche im Kampf gegen illegale Software vorstellen kann: Ein Entwickler nutzt illegal Software, um ein Spiel zu entwickeln, das bitte nicht illegal verbreitet werden soll. Die Rede ist vom Coburger Entwicker Crytek, dessen Büroräume kürzlich von der Polizei durchsucht wurden. Crytek wird verdächtigt, Software zur Erstellung von Computerspielen ohne Lizenz eingesetzt zu haben. Die Polizei sprach nach der Durchsuchung von einer Schadenssumme, die möglicherweise im sechsstelligen Bereich liegt. Crytek-Chef Faruk Yerli konnte dies nicht nachvollziehen. Seinen Aussagen zufolge hat die Polizei allenfalls Software gefunden, die von Mitarbeitern ohne Wissen der Company auf die Rechner aufgespielt wurde.

Keine Auswirkung auf "Far Cry"

Fakt ist, dass Crytek nach nur wenigen Stunden die Arbeit an "Far Cry", das Ende März in den Handel kommen soll, fortsetzen konnte. "Das Management von Crytek würdigt die Aufmerksamkeit der deutschen Polizeiabteilung hinsichtlich geschützter Software und zeigte sich in jeglicher Weise kooperativ. Als Softwareentwickler ist Crytek selbst stets daran interessiert, Softwareprodukte von dritten Parteien rechtmäßig zu erwerben und zu nutzen", heißt es in einer offiziellen Stellungnahme der Coburger. Wie die Sache letztlich ausgeht, ist noch gänzlich offen. Crytek droht jedoch nicht nur von Seiten der Behörden Ärger. Auch die Business Software Alliance (BSA) hat sich auf Grund der Höhe der verbreiteten anzunehmenden Schadenssumme eingeschaltet und erwägt zivilrechtliche Schritte. Nach BSA-Meinung zeigt der Fall Crytek, wie wichtig gutes Software-management in einer Firma ist.

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