Die ultimative games.markt-Umfrage
Krisen hat die Spielebranche schon so einige überstanden. Alles kein Problem für einen waschechten Mitarbeiter der Industrie. Doch was tun, wenn im Herbstgeschäft nicht nur die Kassen der Händler klingeln, sondern auch das Überstundenkonto überquillt?
"Schatz, ich bin mal wieder auf Tour!" Das Gemisch aus bitterbösem Blick und tiefer Trauer, dass einem PR-Manager dann entgegenschlägt kennt Udo Lewalter, bei EA zuständig für die Pressearbeit der EA Sports-Titel, nur zu gut. Und er weiß, dass es meist auch nichts nützt, auf den Tag der Rückkehr und das Wiedersehen zu verweisen. Gut, dass es den nächsten Urlaub gibt - der aber am Ende doch verschoben wird und als Argument deshalb nur bedingt geeignet ist. "Als letztes Mittel bleibt mir dann nur noch, meine Hilfe im Haushalt anzubieten. Spätestens wenn ich das erste Glas beim Aufräumen zerstöre, habe ich mein Ziel erreicht: 'Ach Schatz, wolltest Du nicht spielen gehen?', haucht sie mir dann ins Ohr", verrät Lewalter seine ultimative Beschwichtigungsstrategie.
Wenig zu beschwichtigen hat Michael Kränzle, PR/Marketing Manager Central Europe Empire Interactive: "Nachdem ich jetzt ja auch für die Empire-Spiele in die Tasten greifen darf und dadurch erstens kaum noch zu Hause spiele, zweitens für das Spielen ihrer Meinung nach jetzt bezahlt werde, und drittens die TV-Bedienung in ihren Besitz übergegangen ist, muss ich da leider weniger erklären, als mir lieb ist." Allerdings fragt sich Kränzle seither, ob an seiner Konsole zu Hause denn schon immer das Stromkabel gefehlt hat.
Kein Problem wegen zu vieler Überstunden hat Tom Putzki, Head of Developer & Public Affairs bei Phenomedia. Der Grund ist allerdings nicht, dass er etwa einen Beamtenjob hat. "Meine Lebensgefährtin ist aus der Branche und kennt das Problem selbst zur Genüge", so Putzki.