Diskussion um Gewalt in Spielen erfasst Niederlande
Nachdem Anfang Dezember im niederländischen Den Haag ein Schüler seinen Lehrer mit einer Schusswaffe getötet hatte, hat die Diskussion um Gewalt in Computer- und Videospielen nun auch das liberale Nachbarland erfasst.
In den Niederlanden ist eine Diskussion um Gewalt in Computer- und Videospielen entbrannt. Nachdem im Januar in Den Haag ein Schüler seinen Lehrer mit einer Schusswaffe getötet hatte, beschäftigen sich Medien und Politik in dem als liberal geltenden Land verstärkt mit dem Thema. Jetzt hat sich auch der niederländische Ministerpräsident Jan Peter Balkenende in die Diskussion eingemischt. Wie Spiegel-Online berichtet, stellt der konservative Politiker die Frage nach den Hintergründen der Tat. "Wenn junge Menschen zu Waffen greifen, um Konflikte zu lösen, dann sagt das etwas über die moralische Orientierung", wird Balkenende zitiert. Konkret kritisierte er die Unterhaltungsindustrie, die mit gewalttätigen Spielen und Filmen zu der gewaltorientierten Atmosphäre beitragen würde: "Es gibt Computerspiele, bei denen man Punkte bekommt, wenn man Leute erschießt." Die moralische Haltung entscheide, was akzeptabel sei und was nicht, stellte Balkenende den Sinn von Actionspielen in Frage. Erst kürzlich hatte US-Senator Joseph Liebermann in dasselbe Horn gestoßen und erneut den Take-2-Hit "GTA: Vice City" scharf kritisiert.