dtp und Adventure Company pushen Abenteuergenre

dtp und Adventure Company pushen Abenteuergenre
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Nach eher mageren Jahren kann sich die Fangemeinde klassischer Adventures nun wieder auf neue Veröffentlichungen in diesem Genre freuen. Mit DreamCatcher und digital tainment pool buhlen gleich zwei Publisher um die Vormachtstellung und pushen dabei das gesamte Genre - beispielsweise durch die Einführung eines neuen Gütesiegels.

9,9 Prozent aller Spiele, die seit ihrer Gründung bei der USK eingereicht wurden, sind Adventures. Eigentlich eine gute Quote, die aber schnell revidiert würde, rechnete man die so genannten Action-Adventures im Stil von "Tomb Raider" heraus. Das klassische Adventure ist in den vergangenen Jahren immer mehr in Vergessenheit geraten. Seit Erfolgen wie "Runaway" rückt das Genre jedoch wieder verstärkt ins Blickfeld der Öffentlichkeit. "Einige der besten Spiele aller Zeiten sind Adventures. Nur leider ist in den letzten Jahren einfach weniger Wert auf diese Spielart gelegt worden", sagt Carsten Fichtelmann, Marketing- und PR-Manager beim "Runaway"-Publisher digital tainment pool (dtp). Vor allem auch auf Grund des großen Lokalisierungsaufwands sei es weitaus einfacher, in anderen Genres Geld zu verdienen, erklärt sich Fichtelmann die mangelnde Unterstützung.

Rückkehr der Abenteurer

Dies soll nun jedoch anders werden. Der Hamburger Publisher hat sich zum Spezialisten im Segment entwickelt und sieht es auch deshalb als seine Aufgabe an, das gesamte Genre voranzubringen. Gemeinsam mit Fansites hat dtp deshalb ein Gütesiegel erarbeitet. "Wir wollen das Siegel als elementares Qualitätsmerkmal für Adventures etablieren", so Fichtelmann. Obwohl dtp an der Entwicklung des Siegels beteiligt war, erhebt man keinen Anspruch auf alleinige Verwendung des Prädikats. "Letztendlich würde das zu unserem Ziel, etwas für das Genre zu tun, auch im Widerspruch stehen", begründet Fichtelmann die Entscheidung für Offenheit auch dem Mitbewerb gegenüber.

Eine der Firmen, die sich das von dtp entwickelte Siegel ebenfalls zunutze machen könnte, ist DreamCatcher Europe. Obwohl das amerikanische Unternehmen erst seit Anfang des Jahres in Europa mit einem eigenen Team aktiv ist, hat sich DreamCatcher vor allem auch durch das Label The Adventure Company bei den Fans des Genres einen Namen gemacht. "Die Anstrengungen des Unternehmens, diese Spiele aufwendig dem hiesigen Markt anzupassen, werden durch gute Abverkäufe honoriert", weiß Jean-Marcel Sommer, Vorstand von DreamCatcher-Vertriebspartner Flashpoint. Erheblich zum erfolgreichen Einstand beigetragen hat seiner Meinung nach der Erfolg des Unternehmens in den USA: DreamCatcher ist mit seinem Label dort seit langem die Nummer eins im Segment Adventure. Und diese Position soll auch in Europa erreicht werden.

"Entscheidungen, wie beispielsweise die Verpflichtung von Jane Jensen, erfolgreiche Drehbuchautorin der Gabriel-Knight-Serie, verdeutlichen dieses Bestreben", meint Sommer. Ebenso die Strategie, hochwertige Lizenzen einzusetzen. "Die Zeit ist einfach reif für gute Adventures", ist sich der Flashpoint-Vorstand sicher. Unfragen hätten gezeigt, dass es sich bei der Zielgruppe um ältere, finanzkräftige und auch kauffreudige Kunden handelt. Profitieren von der Rückkehr der Adventures-Games wird nicht zuletzt auch der Handel. Im Unterschied zur sonst üblichen Kurzlebigkeit im Spielebereich zeichnen sich diese Titel durch ihr Langzeitpotenzial aus. "Titel wie 'Amenophis ' und 'Salammbo ' bestätigen unsere Aussage, dass mit Spielen aus dem Abenteuergenre Produkte veröffentlicht werden, die sich vor allem durch kontinuierliche und langfristige Abverkäufe auszeichnen", sagt Sommer.

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