E-Tailer Amazon.de feiert fünfjähriges Jubiläum
Während sich prominente Mitstreiter schon längst verabschiedet haben, konnte Amazon.de seit seinem Start vor fünf Jahren Online vom Nischengeschäft zum wichtigen Bestandteil des Markts ausbauen. games.markt nimmt das Jubiläum zum Anlass, um auf die Entwicklung des E-Tailers zurückzublicken.
In den USA öffnete Amazon.com seine virtuellen Türen im Juli 1995. Derzeit gibt es Tochtergesellschaften in fünf weiteren Ländern: Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Japan und Kanada. Die deutsche Division startete im September 1998 mit der Übernahme von ABC Bücherdienst, bereits im Oktober wurde die Website Amazon.de ins Netz gestellt. Die Firmenzentrale ist in München mit den Bereichen Administration, Marketing, Produktlinien und IT beheimatet. In Regensburg ist der Kundenservice angesiedelt. Das Logistikzentrum in Bad Hersfeld hat eine Lagerfläche von 42.000 Quadratmetern; an Spitzentagen wurden zu Weihnachten 2002 bis zu 250.000 Artikel verschickt. Amazon.de liefert in über 170 Länder weltweit, außer in den deutschen Markt vor allem in die Schweiz und nach Österreich. Für Kunden aus Österreich gibt es bei Amazon seit Juli 2000 eine eigene Website: Amazon.at. Die Funktionen der Seite entsprechen dem deutschen Pendant, die redaktionellen Inhalte sind jedoch auf den österreichischen Markt zugeschnitten.
Zum Start im Oktober 1998 umfasste das Produktangebot nur Bücher, aktuell in 18 verschiedenen Rubriken und um einen "English Book Shop" ergänzt. Der "Audiobooks Shop" führt Hörbücher in 14 verschiedenen Kategorien. Inzwischen bietet Amazon auch einen E-Shop zum Herunterladen von Büchern und ein breites Spektrum günstiger Restexemplare sowie Amazon.de-Sonderausgaben an, die von der Buchpreisbindung befreit sind. Im Oktober 1999 wurde das Sortiment um Musik erweitert. Im "Musik Shop" stehen tausende von Tonträgern zur Verfügung; allein 30.000 Titel kann der Kunde für unter zehn Euro erwerben. Neben einer Genreeinteilung gibt es eine Übersicht über Neuheiten, Charts, DVD-Audio, SACD und Preishits. Ein wichtiges Trendbarometer sind die Vorbestellcharts, denn bei Amazon.de können CD-Titel noch vor Veröffentlichung vorbestellt werden. Im vergangenen Jahr wurde Amazon.de mit dem "Echo" für die beste Musik-Webpage ausgezeichnet. Jeder Surfer auf den Amazon-Seiten kann sich Soundsamples anhören. Weiter will Amazon.de vorerst noch nicht gehen: "Amazon ist die Onlinevertriebsform für physische Musikprodukte. Die Industrie interessiert sich brennend für bezahlte Downloads. Amazon sieht sich diesen Markt seit einigen Jahren an, und im Moment bewegt sich dort sehr viel. Einen Bereich mit kostenlosen Downloads von jungen und etablierten Künstlern gibt schon bei Amazon", erläutert Dr. Stephan Roppel, Director Books, Musik, Video/DVD. "Wenn die Nachfrage am Markt sich auf neue Formate oder Träger verlagert, wird Amazon sicherstellen, dass der Kunde das erhält, was er online kaufen möchte", so Roppel weiter.
Den Markt entscheidend geprägt
Im April 2000 wurde das Produktangebot um DVDs und Videos erweitert. Neben Titeln aus allen Genres und in allen Preiskategorien sind derzeit allein 1000 DVD-Titel für unter zehn Euro erhältlich. Inzwischen wird in Deutschland schon jede siebte DVD online verkauft - zum Großteil bei Amazon. Drei Monate später, im Juli 2000, kamen Computer- und Videospiele hinzu - natürlich auf allen am Markt gängigen Plattformen - sowie der Bereich Software. Für alle Shops erstellt die Redaktion umfangreiche Rezensionen, unterstützt wird sie dabei von den Kunden selbst. Neuheiten können vorbestellt werden. Specials und Themenwelten bringen die Produkte zusammen. Ab 20 Euro ist die Lieferung versandkostenfrei.
Um die Unterhaltungselektronik komplett abzudecken, fehlte nur noch der Hardwarebereich. Dieser hielt im Juli 2001 Einzug ins Sortiment, unter der Rubrik "Elektronik & Foto". Im Oktober 2001 folgte eine eigene "Kinderwelt". Im März 2002 kam mit "Marketplace" ein Service hinzu, der für Amazon immer mehr an Bedeutung gewinnt. Dort können Anbieter neue oder gebrauchte Produkte auf einfache Weise verkaufen. Die Produkte werden auf denselben Seiten ge- und verkauft, auf denen Amazon.de selbst das Produkt als Neuware anbietet. "Es ist eine Chance, dem Kunden eine breite Produktauswahl zu verschiedenen Preispunkten zu bieten. Viele Kunden möchten Produkte erst einmal ausprobieren und greifen hier zu Beginn zunächst auf die billigere Variante zurück. Aber sie kommen wieder und kaufen beim nächsten Mal ein neues Produkt", erklärt Roppel die Strategie dieses Angebots. Die Amazon-Gebühr pro verkauftem Produkt beträgt 15 Prozent. Es können auch Produkte verkauft werden, die nicht bei Amazon im Sortiment sind, wie zum Beispiel Vinylplatten im Musik-Shop, oder vergriffene Produkte, die im Handel nicht mehr erhältlich sind. Seit April 2003 hat Amazon auch den Bereich "Küche & Haushalt" im Angebot.
Derzeit rüstet sich Amazon.de für das Weihnachtsgeschäft und bietet auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Services an: Mit einem interaktiven Geschenkeassistenten können Internetnutzer einfach nach dem passenden Geschenk, zum Beispiel geordnet nach Preis, Personen und Interessen, suchen. 1,5 Millionen Kunden haben bisher einen Wunschzettel bei Amazon.de angelegt - zu Weihnachten werden es noch mehr werden. So entspricht Amazon seiner Maxime immer stärker: das kundenorientierteste Unternehmen zu sein, bei dem Kunden alles finden, was sie online kaufen wollen - natürlich zum günstigen Preis.