Editorial
Und ewig lockt der Preis
Die Preisfrage ist so alt wie die Spielebranche. Je nachdem, wer fragt oder wen man fragt, heißt es: Was darf, was soll, was muss ein gutes Spiel kosten? Für den Verbraucher darf es nicht zu teuer sein, der Handel soll seine Marge haben, und auch der Publisher will nicht nur kostendeckend arbeiten. Die Folge: Während Preiselastizitätsstudien herausfinden, dass nach oben noch etwas "Luft" ist, wird das Weihnachtsgeschäft zur Rabattschlacht. In diesen Tagen bekommt das altbekannte Thema aber ein völlig neues Gesicht: Musste der gemeine Spieler bisher sechs Monate warten oder auf Handelsaktionen hoffen, werden die Preise nun im Vorfeld des Release gesenkt - und zwar von den Publishern selbst.
Waren die strategischen Gründe bei CDV und "Breed" nach Erscheinen diverser Testberichte in der SI-Presse noch durchaus nachvollziehbar, so wirft Flashpoint mit seiner Entscheidung, "Painkiller" vor Release im Preis zu senken, die Frage auf, ob es nicht an der Zeit ist, die Preispolitik der Branche grundsätzlich zu überdenken. Dass regelmäßige Dumpingaktionen und vorschnelle Zweitvermarktung über Jahre hinweg im Preisbewusstsein der Verbraucher Spuren hinterlassen würden, war schließlich absehbar.
Stephan Steininger Redaktion games.markt