Editorial
Multimedial, aber kein Medium?
Sind Spiele nun als Teil der Medienlandschaft zu sehen oder nicht? Keine Frage für Gamesindustrie und -handel. Längst sind Filmsequenzen fester Bestandteil guter Games. Und auch die musikalische Untermalung genießt bei den meisten Majors oberste Priorität. Exklusive Songs bekannter Künstler sind in Games fast schon Standard. Allein der Soundtrack des PS2-Bestsellers "Grand Theft Auto Vice City" füllt schon sieben Audio-CDs. Selbst PricewaterhouseCoopers (PwC) hat in seinem Ausblick auf die globale Medienentwicklung in diesem Jahr erstmals auch Games berücksichtigt.
Bei den Medientagen in München stellte jedoch eben genannter PwC seinen Ausblick nicht nur auf Europa, sondern auch auf Deutschland vor und gab eine Prognose zur Entwicklung von Film, TV, Musik, Radio, Video, DVD, Internet, Werbung, Zeitungen, Bücher, Sport und Freizeitparks ab. Und Games? Fehlanzeige! Möglicherweise wurden Spiele beim globalen Ausblick ja nur versehentlich berücksichtigt. Vielleicht zeigt der "German Entertainment and Media Outlook: 2003-2007" aber auch nur einmal mehr, dass die Gamesbranche in Deutschland noch ein großes Stück Öffentlichkeitsarbeit vor sich hat.
Denn wenn schon die Anerkennung als integraler Bestandteil der Medien- und Unterhaltungswelt ausbleibt, wie sollen Games dann von der Gesellschaft jemals als Teil der Jugendkultur akzeptiert werden?!
Stephan Steininger Redakteur games.markt [s.steininger@e-media.de@@@s.steininger@e-media.de]