Editorial

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Vernetztes Entertainment

Zur Zeit der alten Griechen war es nur wenigen Menschen vergönnt, einen Blick in die Zukunft zu werfen. Heute pilgern Wissbegierige nicht zum Orakel von Delphi, sondern von der Comdex zur CeBIT, zur IFA und wieder zurück - zumindest, wenn sie die Technik live erleben möchten, die morgen in den Wohnzimmern der Welt Einzug halten soll. Oder sie fahren nach Japan, wo Sony dieser Tage das PSX vorstellte. Ein Glanzstück für "Early Adopters", spottet mancher Analyst, weder Fisch noch Fleisch, sagen die auf die nächste Konsolengeneration wartenden Gamer.

Doch aus Sony-Sicht ist der Zwitter aus DVD-Brenner, DVD-Festplattenrekorder und PS2 ein wichtiger Schritt zur Verschmelzung von Entertainment, Consumer Electronics und Breitband. Und das ist seit geraumer Zeit Konzernstrategie nicht nur bei den Japanern. Kommt die Couch Potatoe nicht zum PC, muss der Computer samt Datenleitung eben ins Wohnzimmer, lautete das Motto bereits auf der diesjährigen CeBIT.

Ob als umfassende Serverlösung, als Sammlung vernetzter Stand-alone-Produkte oder als Zwischenlösung à la PSX, längst bereiten sich alle CE-Konzerne darauf vor, jeder Zielgruppe die gewünschten Inhalte über das gewünschte Gerät direkt auf dem heimischen Fernseher zu servieren. Den multimedialen Entertainmentgenuss vermiesen kann dem modernen Sokrates dann eigentlich nur noch eine technikfeindliche Xanthippe.

Stephan Steininger Redaktion GamesMarkt.de [mailto:s.steininger@e-media.de@@@s.steininger@e-media.de]

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