Editorial
Spiele statt Schokoladeneier
Dem Herrn Jedermann von nebenan kann man nichts vormachen. Da können Wirtschaftsexperten, Konsumforscher oder "Tagesschau"-Sprecher von der wieder anziehenden Konjunktur und dem bereits leicht spürbaren Aufschwung reden, schreiben und berichten, wie und was sie wollen - die Endverbraucher lassen sich dadurch keinen Deut von ihrer Wirklichkeitswahrnehmung abbringen. Doch darin treibt eben der seit Monaten kultivierte Pessimismus sein nachhaltiges Spiel.
Von Klimaumschwung ist da jedenfalls keine erkennbare Spur. Zu groß ist die Verunsicherung durch sinkendes Einkommen und drohenden Arbeitsplatzverlust. Das hat Folgen, bis hin zu den Handelskassen. Den Kopf in den Sand zu stecken wäre jedoch die falsche Strategie. Vielmehr verlangt der kaufhemmende Cocktail gerade jetzt Publishern und Handel einiges ab: ein gehörig Maß an Kreativität vor allem, besonders beim Marketing.
Eine komplexe Kampagne vom Format der letztjährigen "Lust auf ein Spielchen?"-Aktion täte dem Gesamtmarkt mal wieder gut. Denn zu bewerbende Topprodukte gibt es schon bald wieder ausreichend - spätestens zu Ostern. Wie wär's mit Spielen statt Schokoladeneiern? Harald Hesse Chefredakteur [mailto:h.hesse@e-media.de@@@h.hesse@e-media.de]