Elfmeter für Ascaron

Holger Flöttmann, Geschäftsführer Ascaron
Holger Flöttmann, Geschäftsführer Ascaron © None

Ascaron schickt sich an, nach den wirtschaftlichen Turbulenzen 1999 mit zugkräftigen Kooperationspartnern wie Take 2 Interactive und Neuentwicklungen wieder ins Rampenlicht zu treten. Geschäftsführer Holger Flöttmann sprach über Fehler der Vergangenheit und die neue Stoßrichtung des Teams.

gm: Wird "Anstoß 4 - Edition 03/04" die Enttäuschung der Vorversion wieder gutmachen?

Holger Flöttmann: Wir haben mit "Anstoß 4 - Der Fußballmanager International" 2002 die Fortsetzung eines Managers veröffentlicht, der mit zu hohen Erwartungen belastet war. Zusätzlich waren wir durch äußere Umstände gezwungen, ein Produkt auf den Markt zu bringen, von dem wir selbst nicht richtig überzeugt waren. Bei "Anstoß 4: Edition 03/04", handelt es sich um eine komplette Neuentwicklung, natürlich mit einem entsprechend hohen Aufwand. Wir haben die riesige Fangemeinde gezielt einbezogen, Wünsche berücksichtigt und hilfreiches Feedback umgesetzt. Ganz besonders möchte ich die große Hilfe der Fans beim Open-Betatest erwähnen, denn über 200 Tester aus der Community finden nahezu jeden Fehler.

gm: Welche Maßnahmen sind vorgesehen, um die Fehlerbereinigung der neuen Fassung zu kommunizieren?

Flöttmann: Wir unterstützen unser Fußballflagschiff natürlich mit den unterschiedlichsten Marketing- und Pressemaßnahmen. "Anstoß 4: Edition 03/04" wird aber in erster Linie von sich aus überzeugen. "Anstoß" war immer vorgesehen als möglichst authentische Simulation, die aber auch gewisse humoristische Aspekte beinhaltet. Dem haben wir nun wieder Rechnung getragen. Bei der letzten Umfrage mit den Betatestern kam auf die Frage "Würdet ihr die Version in eurem Bekanntenkreis empfehlen?" ein klares Ja, mit einer Quote von 94 Prozent. Wir hören und setzen auf deren Funktion als Opinion Leader. Natürlich haben wir aber auch etwas Aufholarbeit zu leisten, und deshalb wird die Kommunikation gegenüber dem Handel verstärkt geführt und noch weiter ausgebaut. Eine gewisse Skepsis auf Grund der Probleme mit der Vorversion können wir durchaus verstehen, jedoch wird sich durch die sehr positive Meinung der Fans und der Redakteure aus Fach- und Consumerpresse recht bald eine sehr gute Nachfrage einstellen.

gm: Was macht Take 2 für Sie zum attraktiven Kooperationspartner?

Flöttmann: Entscheidend bei der Kooperation war, dass Take 2 weltweit unter den Top Drei Publishern rangiert und ein sehr schlankes und gleichzeitig hochwertiges Produktportfolio präsentiert. Take 2 hat für uns insbesondere den Charme, auch international agieren zu können.

Flöttmann: Trauen Sie ihrem Produktportfolio auch internationales Potenzial zu?

gm: Wir konnten bereits mit "Port Royale" und können nun mit "Piraten: Herrscher der Karibik" beachtliche internationale Erfolge feiern, weil die Thematik dieser Spiele nicht nur auf den deutschen Markt ausgelegt ist. "Sacred" ist noch hochkarätiger und spricht noch mehr Spieler an. Wir sind in vielen asiatischen Ländern vertreten, haben russische, ungarische und tschechische Versionen realisiert und uns nun auch sehr erfolgreich in den USA platziert.

gm: Welches Produkt hat das größte Marktpotenzial?

Flöttmann: Eindeutig "Sacred". Wir haben auf der E3 großes Interesse aus verschiedenen Ländern registrieren können, was sich auf der Games Convention fortgesetzt hat. Im Moment steigen wir in die breite Phase des Balancing ein und werden wohl die große "Diablo"-Fangemeinde, aber auch den Hardcorerollenspieler perfekt ansprechen können. Außerdem wollen wir verstärkt in den Bereich Casual Games gehen, allerdings nicht in die Richtung von Spielen nach dem "Moorhuhn"-Muster. Ein berufstätiger Mensch hat eben zumeist nur eine Stunde Freizeit am Tag und da möchte er schon sein persönliches Erfolgserlebnis haben. Mit "Piraten - Herrscher der Karibik" und "Vermeer II" zielen wir ganz klar auf diese Gruppe ab. Unsere Casual Games werden absolut hochwertig, mit 24,95 Euro aber trotzdem günstig sein.

gm: Befürchten Sie durch die nahe beieinander liegenden Releases keine Kannibalisierung der eigenen Produkte?

flöttmann: Nein, das denke ich nicht. Sie sprechen sehr unterschiedliche Ziel- und Käufergruppen an.

gm: Sind die verschiedenen Kooperationen Teil einer größeren Strategie?

Flöttmann: Wir wollen uns langfristig etablieren, ohne von einem einzigen Partner abhängig zu sein. Wir agieren international Product by Product und versuchen daraus langfristige Kooperationen in den verschiedenen Ländern zu entwickeln.

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