Finanzierungsmodell: Erster Gamesfonds gegründet
Die Unternehmensgruppe BVT ist in eine bisher vernachlässigte Marktlücke vorgestoßen: Der Games Production Fund ist der erste Gamesfonds am Markt und verspricht sowohl Kapitalanlegern hohe Renditechancen als auch Entwicklern und Publishern eine risikoarme Spieleproduktion und -finanzierung - ein weiterer Schritt zur Professionalisierung der Branche.
Wie jedes Geschäft, dessen Erfolg letzten Endes von der Laune des Konsumenten abhängt, ist auch die Finanzierung von Computer- und Videospielen ein Unterfangen mit enormen Risiken. Die Filmbranche bedient sich hier bereits seit langem risikominimierender Finanzierungs- und Versicherungsinstrumente wie dem Completion Bond. Die BVT- Unternehmensgruppe, die insgesamt 123 Fonds mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von über vier Mrd. Euro anbietet, geht da mit ihrem Games Production Fund noch einen Schritt weiter: Neben der Budgetsicherheit durch den Completion Bond wird durch eine Abnahmeverpflichtung des Publishers weitere Sicherheit garantiert. Insgesamt hat der erste Gamesfonds am Markt ein Investitionsvolumen von 60 Mio. Euro. Mit einer Mindestzeichnung von 20.000 Euro, zuzüglich fünf Prozent Agio, richtet sich der Fonds in erster Linie an vermögende Privatanleger mit unternehmerischer Orientierung.
BVT erschließt Spielemarkt für Kapitalanleger
BVT-GF Andreas Graf von Rittberg setzt bei dem Finanzprodukt auf Fachpartnerschaft: Konzipiert wurde der Fonds von Attaction unter der Leitung von GF Siggi Kögl. Zur Risikominimierung steigt der Fonds erst nach erfolgreicher Preproductionphase der Spieleentwicklung ein und setzt ausschließlich auf AAA-Titel, insbesondere zugkräftige Brands und Lizenzen. Die kompletten Finanzierungskosten werden von BVT gegen die Abnahmegarantien des Publishers vorgestreckt. Dies soll auch die nicht immer unproblematische Beziehung zwischen Developer und Publisher entlasten.
Die Kosten für den Completion Bond eines Versicherers übernimmt ebenfalls die BVT. Auch was die Technologie betrifft, überlässt man nichts dem Zufall: Nur Spiele, die auf bereits erfolgreich eingesetzten Technologien basieren, sollen finanziert werden. Der Fonds ist dabei eindeutig international ausgerichtet, sowohl was die Markteigenschaften der Produkte selbst als auch was den Vertrieb betrifft. Insgesamt sollen zwischen fünf und zehn untereinander stark divergierende Toptitel durch den Fonds finanziert werden. Die dadurch erzielte breite Risikostreuung soll die Anlegersicherheit weiter erhöhen. Gleichzeitig ist laut BVT von hohen Renditen und einem vergleichsweise schnellen Kapitalrückfluss auszugehen.
Ab dem dritten Jahr nach der Fondsschließung am 30. November 2003 soll der Anleger bereits mit den ersten Ausschüttungen rechnen können; die Prognose von BVT im Mid-Case beläuft sich auf circa 13,4 Prozent Rendite p. a., mit Potenzial für mehr. Hohes Potenzial birgt der Fonds auch, die Spielefinanzierung professioneller und strukturierter zu gestalten als bisher. Gerade die erzielte Risikominimierung könnte dazu viel beitragen. Man darf gespannt sein, ob der Vorstoß Nachahmer findet, nicht nur, was die Adaption von Finanzierungsmodellen der Filmbranche betrifft, sondern auch die Entwicklung neuer, gamesspezifischer Finanzierungsmöglichkeiten.
FAZIT: Interessantes Instrument, wenngleich ein Risiko immer gegeben ist.