Games "for takeaway"

Moderne Handys: mittlerweile mehr Entertainment-Maschinen als Telefone
Moderne Handys: mittlerweile mehr Entertainment-Maschinen als Telefone © None

Schon die ersten Mini-Games a'la Snake erwiesen sich als wahre Beliebtheits-Renner. Doch die Zukunft des Mobile-Gamings hat gerade erst begonnen.

Überall sieht man sie: in Schulen, Cafés, Kinos, auf Sportplätzen oder in der Einkaufsstraße. Jeder hat eins. Es gibt sie in den verrücktesten Formen. Jeder kann mit der Wahl des Designs seinen eigenen Style zum Ausdruck bringen. Früher war es uncool eins zu haben, heute ist das Gegenteil der Fall. Ohne Handy geht heutzutage nichts mehr.

"Ohne mein Handy gehe ich nicht mehr aus dem Haus. Da wäre ich nur ein halber Mensch", schildert Harald seine Handyabhängigkeit. Die wird von Woche zu Woche größer. Hatte er sich früher aufs Telefonieren und Simsen verlegt und danach regelmäßig Klingeltöne oder Logos heruntergeladen, so hat der 17-Jährige jetzt die große bunte Spielewelt entdeckt.

Nicht nur er, auch Mobilfunker aller Schichten und jeden Alters entdecken langsam ihren Spieltrieb. "Handys sind eine neue Plattform. Die Spiele finden meist einen vollkommen neuen Kundenstamm, der nicht zwingend aus der Gamerecke kommt", weiß René Beisch, Business Development Elkware. Den Handyherstellern sei Dank.

Alles drin, alles dran

Die rasante technische Entwicklung hat aus den Telefonknochen wahre Entertainmentmaschinen gemacht. Hochauflösende Farbdisplays, klasse Sound, starke Spiele und höhere Akkuleistung sorgen für allzeit bereites Spielvergnügen. Zusatzfunktionen wie Radio, MP3-Spieler oder praktischer Digitalfotoapparat für spontane Schnappschüsse erhöhen den Reiz der tragbaren Apparate. Zusätzlich fachen fallende Preise für Next-Generation-Handys mit Farbdisplay die Kauflust an.

Auch die Unternehmen kennen das ungeheure Potenzial der Mobilfunktelefone und stillen mit ständig neuen Modellen mit besserer Rechenleistung und höherem Speicher den Unterhaltungsdurst der Käufer. "Wenn ich gerade nichts anderes zur Hand habe, zocke ich das vorinstallierte 'Snak'. Gott sei Dank gibt es jetzt auch tolle Spiele wie,FIFA Football 2004' oder,Moorhuhn Kartracer'. Das sind die besten Mittel gegen Langeweile", schwärmt Harald.

Natürlich darf sich keiner zu große Hoffnungen machen. Handys sind dem PC und den Konsolen in Sachen Spielmöglichkeiten haushoch unterlegen. Die Grafik und die Spiele sind nicht vergleichbar. Die Ressourcen der tragbaren Telefone sind sehr eingeschränkt.

Ziel: der schnelle Spielspass

Spiele werden hauptsächlich in der Programmiersprache "Java" geschrieben und sind deshalb einfach gestrickt. Auch die Anforderungen der Handyzocker sind anders als die der PC- und Konsolenverwandten. Die Spiele sollten mehr oder weniger selbsterklärend sein und für eine kurze Dauer vollen Spielspaß bringen.

Voll den Bedürfnissen der mobilen Spielfans entsprechen offenbar "Tomb Raider", "Spider-Man" und "Prince of Persia". Und obwohl die großen Entwicklerstudios sich auf dem Mobile-Gaming-Markt noch stark zurückhalten und hauptsächlich mittelständische Tüftlerschmieden für Spielnachschub sorgen, können sich die Ergebnisse trotz der Einschränkungen sehen lassen.

Je nach Handymodell wird Game-Boy-Qualität erreicht. Spaß machen sie genauso. Und billiger sind sie auch. Während für PC-, Konsolen-, oder Game-Boy-Cartridges zwischen 40 und 60 Euro auf den Tisch geblättert werden müssen, kann man ein Java-Game bereits für 2,99 bzw. 3,99 Euro haben. Die meisten Handy-Spiele werden in Deutschland per WAP bezogen. Einfach beim Anbieter einwappen, Game aussuchen und abwarten, bis es zurückgewappt oder per GPRS übertragen wird.

Verschiedenste Bezahlmodelle

Manche Firmen bieten auch Bezahlung per Kreditkarte an oder den Erwerb von Entertainmentboxen in Elektro- oder Supermärkten. Auch über 0190er-Nummern, Premium-SMS- oder Abodienste werden Spiele an den Fan gebracht. Eine weitere Möglichkeit ist natürlich, sich im World Wide Web auf der Anbietersite einzuwählen und das Spiel downzuloaden.

Das geht beispielsweise auf den Portalen der Hardwarehersteller (My Siemens, Club Nokia, Motorola Hellomoto), der unabhängigen Versorger (Jamba, Handy.de) oder auch der Netzbetreiber (Vodafone Live!, T-zones, O2 Active, [httP://www.eplus-imode.de@@@E-Plus-i-mode]). Spiele können hier auch mal 4,99 Euro kosten. Natürlich zuzüglich der Gebühren für die WAP- oder GPRS-Verbindungen.

Eine andere Variante bietet Nokias Spieleterminal N-Gage, das Handy und Spielkonsole in einem ist. N-Gage-Games sind zwar erst ab 39 Euro zu haben. Dafür kann der geneigte Zocker aber gegen N-Gage-Besitzer des gleichen Spiels über sein Mobilfunknetz weltweit antreten. Dabei versorgen die Finnen die Mobile-Gamer mit Topspielen wie "Tomb Raider" oder "Splinter Cell: Team Stealth Action" - und sorgen auch in Zukunft für erstklassigen Spielenachschub.

Die Zukunft sieht rosig aus - auf jeden Fall für mobile Spieler.

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