GVU eliminiert 11-Terabyte-Server

Setzt Piraten unter Druck: GVU-Chef Joachim Tielke
Setzt Piraten unter Druck: GVU-Chef Joachim Tielke © None

Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) lässt den Raubkopierern immer weniger Zeit, Atem zu holen. In voneinander unabhängigen Aktionen wurden zeitgleich zwei Piratennester ausgehoben. Beide Male lieferte die GVU die ausschlaggebenden Hinweise.

Fünf Monate GVU-Ermittlungen sind dem bislang wohl größten Schlag gegen die organisierte Internetpiraterie vorausgegangen. Bei einer Durchsuchung der Firmenräume des IT-Unternehmens Gatel konnten Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei einen "Unreality" genannten Server abschalten. Der 11-Terabyte-Server "Unreality" wurde von 16 so genannten "Release-Groups" genutzt und sorgte für einen schnellen Austausch illegaler Kopien unter den angeschlossenen Piratengruppen.

Am selben Tag kam es zu Durchsuchungsaktionen in Hessen und Nordrhein-Westfalen, bei denen mehrere 1000 Datenträger, PCs und Festplatten sichergestellt wurden. "Neben Computerprogrammen und Games stand im Fall der Tätergruppe um,Unreality' der Kinofilm im Mittelpunkt", berichtet Joachim Tielke, Geschäftsführer der GVU. Die Auswertung des Servers soll nun erbringen, wie wichtig "Unreality" auch für die internationale Piratenszene war, da auch englischsprachige "Release-Groups" beteiligt gewesen sein sollen.

GVU-Ermittlungsleiter Bernd Kulbe glaubt, dass der Erfolg in der Szene Spuren hinterlassen wird: Das System war gegen Außenstehende abgeschottet - eine bislang für Piratengruppe hilfreiche Sicherheitsvorrichtung. "Dieser Fall zeigt, dass gegen solche Raubkopiequellen erfolgreich vorgegangen werden kann", so Kulbe.

Die GVU habe zudem Kenntnis von weiteren Servern erhalten. In Berlin, NRW und Nordfriesland hat die Polizei einer dreiköpfigen Tätergruppe das Handwerk gelegt. Die Gruppe sei mindestens seit Oktober 2000 aktiv gewesen und habe mehr als 1200 Personen beliefert. Auch hier habe die GVU den entscheidenden Hinweis gegeben. Die Tätergruppe habe ihre illegalen Kopien u. a. von einem 43-jährigen Braunschweiger bezogen, der zu Jahresbeginn von der GVU überführt und später zu drei Jahren Haft verurteilt worden war.

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