"James Bond 007: Alles oder Nichts": Daueraction mit Staraufgebot

"James Bond 007: Alles oder Nichts": Daueraction mit Staraufgebot
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Willem Dafoe, Judi Dench, Shannon Elizabeth, John Cleese und Heidi Klum: Was sich wie das Staraufgebot eines Hollywood-Blockbusters liest, repräsentiert den Polygonkader von EAs neuester 007-Versoftung, bei der erneut Pierce Brosnan dem britischen Agenten Aussehen und Stimme leiht.

Auch bei seinem neuesten Abenteuer ist der smarte Bond-Darsteller damit beauftragt, einen Bösewicht daran zu hindern, die Weltherrschaft an sich zu reißen, wozu er vier Kontinente bereisen muss. Um Brosnan richtig ins Polygon-Licht zu rücken, trennten sich die Entwickler vom Ego-Geballer der Vorläufer und schicken ihren Helden nunmehr aus der Verfolgerperspektive los. So kann der Spieler in Ruhe nach wichtigen Gegenständen suchen, versteckte Wachen erspähen und seine nächste Schleichaktion planen. Die Stealth-Einlagen nehmen zwar keine "Splinter Cell"-Ausmaße an, gehören aber durchaus zum Agentenalltag: Egal ob der Spieler hinter Fässern in Deckung geht, vorsichtig um eine Ecke linst oder Wachen via Bierflaschenwurf ablenkt - mit Köpfchen geht vieles im 007-Leben leichter. Wer gar mit einem Ganoven Tuchfühlung aufnimmt, darf Bonds neue Kampfkünste testen oder eine der vielen Waffen einsetzen, die von der traditionellen Walther PPK über Maschinengewehre bis hin zum Raketenwerfer reichen.

Innovativer fallen da schon die allseits beliebten Gimmicks von Superhirn Q aus, der mit fernlenkbaren Metallspinnen, Wärmesichtbrillen, Tarnanzügen sowie einem Greifhaken zum senkrechten Erklimmen von Wänden lockt. Doch so sehr sich Mister Bond auch ins Zeug legt, seinem neuesten Spielauftritt fehlt es ein wenig am Feinschliff. Einerseits erstickt die schiere Anzahl der unterschiedlichen Missionsarten jede Langweile im Keim, andererseits wirkt kein Spielelement wirklich rund. So sorgen z. B. die Auto- und Helikopterpassagen für Frustmomente; wer den Weg nicht auswendig kennt, steht zumeist auf verlorenem Posten.

Die Schleichereien wirken wie eine Lightvariante von "Splinter Cell" und ergeben nicht immer spielerischen Sinn. Dass das Actionspektakel dennoch gehobene Unterhaltung garantiert, liegt vornehmlich an der herrlichen Atmosphäre: Spektakuläre Zwischensequenzen, charismatische Charaktere und gewitzte Auftragsziele verdienen sich das Prädikat "Kinofilm zum Mitspielen". Schade nur, dass auf einen Onlinemodus komplett verzichtet wurde.

Fazit: Auch wenn "Alles oder Nichts" ein wenig mehr Entwicklerzeit gut getan hätte, so ist es doch das bislang abwechslungsreichste Bond-Abenteuer. Hobbyagenten und Actionfreunde greifen bedenkenlos zu.

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