Mit Preissenkungen gegen Piraterie

Mit Preissenkungen gegen Piraterie
© None

Um der ausufernden Piraterie Herr zu werden, kommen weltweit immer neue Vorschläge auf. Einige haben schon Skurilitäts-Wert.

Während sich in Deutschland das neue Urheberrechtsgesetz, das möglicherweise eine verbesserte Rechtsgrundlage im Kampf gegen das illegale Kopieren von Medien bieten wird, immer wieder verzögert, versuchen offizielle Stellen in anderen Ländern den Druck auf die Piratenwelt mit unterschiedlichen Methoden zu erhöhen.

So will sich die malaysische Regierung für eine Senkung der Preise einsetzen. Sie verspricht sich davon einen Rückgang der Raubkopien, da die Originalprodukte erschwinglicher würden. Von Industrieseite gab es für den Vorschlag jedoch nur Kritik: "Es ist genauso, als würde man Luxusgüterhersteller bitten, ihre Preise zu reduzieren, weil es so viele Fälschungen gibt", sagte ein Offizieller der malaysischen Entertainmentindustrie.

Radikale Vorschläge

Radikalere Vorschläge kommen aus den USA: So sieht ein neuer Gesetzentwurf vor, der dem US-Kongress vorgelegt wurde, das FBI zu ermächtigen, Urheberrechtsverletzungen im Internet zu verfolgen. Rechteinhaber würde ein Verwarnschreiben mit dem Siegel des FBIs zur Verfügung stehen, um mutmaßliche Internetpiraten abzumahnen. Ebenso soll der Informationsfluss zwischen Rechteinhabern, Strafverfolgungsbehörden und Internetprovidern verbessert werden. Hier sehen verschiedene Interessensgruppen jedoch ein Problem in puncto Datenschutz.

Nicht weniger umstritten sind die jüngsten Forderungen von Orrin Hatch: Der Vorsitzende des Justizausschusses im US-Senat schlug im Rahmen eines Hearings zum Thema Urheberrechtsverletzungen vor, Computer von Usern, die sich Musik online illegal besorgen, einfach zu zerstören. Auch wenn Rechtsexperten dies für nicht durchführbar halten und selbst die Musikbranche versuchte, Hatchs Äußerungen im Nachhinein zu entschärfen, der radikale Vorstoß macht deutlich, wie ernst es vielen ist, das Piraterieproblem in den Griff zu bekommen.

Weniger Entwicklungshilfe

Auch Japan lässt diesbezüglich von sich hören. Dort zieht die Regierung in Erwägung, Länder, die Piraterie dulden, mit Kürzungen bei der Entwicklungshilfe zu bestrafen. Aber nicht nur die Piraten selbst sind im Visier der Firmen Das zeigt das für Nintendo entschiedene und umjubelte Urteil in einem Gerichtsverfahren gegen die Hongkonger Firma Lik Sang.

Lik Sang hatte Geräte verkauft, die es ermöglichen, den Kopierschutz von Nintendo-Spielen zu umgehen und diese beliebig oft zu vervielfältigen. Der weitere Vertrieb dieser Geräte wurde Lik Sang nun untersagt und eine Geldstrafe verhängt. Doch auch dieser "wichtige Sieg im Kampf gegen Raubkopierer", wie Nintendo sich zum Urteil äußerte, ist wahrscheinlich nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Read more