Mobile Entertainment: Chancen für die Spieleindustrie
Der Markt für mobile Spiele entwickelt sich zu einem lukrativen Geschäft für die Spieleindustrie. Allerdings müssen Hard- und Softwareunternehmen gemeinsam mit den Netzbetreibern an einem Strang ziehen, um den Markt zu erschließen, so das Ergebnis eines Expertenforums.
Handys wandeln sich immer mehr zu mobilen Abspielgeräten und eröffnen der Entertainmentbranche viel versprechende Wachstumsperspektiven. Dies war eines der Ergebnisse der Fachkonferenz "Entertainment goes Mobile", die am 15. Oktober 2003 auf Einladung von MBA und Entertainment Media Verlag im Münchner Künstlerhaus stattfand. Stefan Lampinen, Director Games Europe & Africa Nokia Mobile Phones, erläuterte am Beispiel von N-Gage, warum ein Hardwarekonzern aus dem Mobilfunkbereich in das Produktsegment Handhelds und Spiele vorstößt: "Mobile Games ist der am schnellsten wachsende Markt im Entertainmentbereich", sagte Lampinen. N-Gage sei aber nicht als Konkurrenzprodukt zu Game Boy positioniert, sondern stehe im Wettbewerb mit anderen Plattformen wie Internetspielen.
Exklusive Inhalte wichtiger als Technik
Bei Mobile Games gelte einmal mehr der Claim "Content is King", so Lampinen, weil nicht die Hardware das Interesse der Verbraucher wecke, sondern attraktive Inhalte. "Jedes Game braucht exklusiven Content", sagte Lampinen in München. Bei Handyspielen seien folgende Trends festzustellen: Die Spieler wollen Multiplayer-Funktionen und Communities, Realtime-Statistiken und viele Vertriebschannels. Nach Ansicht von Lampinen werden mobile und drahtlose Elemente wichtige Produkte der Spieleindustrie. Ulf Morys, GF von Gameloft Deutschland, betonte, dass Spieleentwickler und Hardwareindustrie Partnerschaften eingehen müssten, um gute Produkte zu entwickeln. Der Markt für mobiles Spielen sei vorhanden, da "85 bis 90 Prozent aus der spielerelevanten Zielgruppe ein Handy haben", so Morys. Studien gehen davon aus, dass mit dem Herunterladen von Klingeltönen, Musik, Spielen und Videos im Jahr 2005 in Europa schätzungsweise bis zu 75 Mrd. Euro umgesetzt werden.