Nachgefragt bei Maik Löwer, Mediastore

Maik Löwer
Maik Löwer © None

Drei große Gefahren drohen

gm: Welche Vorteile ziehen Sie aus der Mitgliedschaft bei McMedia?

Löwer: Die Vorteile sind ganz klar auf der wirtschaftlichen Seite. Auch der Sicherheitsaspekt ist wichtig, schließlich sind die Beziehungen zu den Banken heute nicht mehr ganz unproblematisch. Die Mitgliedschaft hat uns im Jahr sicher drei bis vier Prozent mehr an Margen gebracht. Natürlich ist auch der Gedanke des gemeinsamen Marketings entscheidenend, allerdings ist die Einkaufsgemeinschaft nicht mit großen Ketten à la Humanic oder McDonald's zu vergleichen, da die einzelnen Läden doch sehr unterschiedlich sind. Deshalb setzen wir in der Vermarktung in erster Linie auch noch auf unseren eigenen Brand. Ich würde aber jedem freien Händler empfehlen, der Kooperation beizutreten. Für unser Geschäft hat es sich gelohnt.

gm: Machen Sie Werbung für Ihr Geschäft?

Löwer: Wir haben mit Kinopolis seit August eine Kooperation, speziell zum Filmstart von "Tomb Raider" und jetzt zu "Fluch der Karibik", zu Weihnachten auch zum dritten Teil von "Der Herr der Ringe". Regional haben wir jetzt in der Umgebung 50.000 Werbeprospekte verteilt. Das wollen wir in den nächsten drei Monaten wiederholen, abhängig vom Erfolg. Diese regionale Werbung mussten wir in Darmstadt kaum veranstalten, da waren wir schon bekannt. Hier müssen wir erst Aufmerksamkeit erregen.

gm: Sind Sie mit der Unterstützung seitens der Publisher mit Verkaufsmaterialien, Postern, Aufstellern etc. zufrieden?

Löwer: Das hängt natürlich sehr von unseren Geschäftsbeziehungen zum jeweiligen Publisher ab. Ein Problem ist, dass viele kaum noch produzieren, weil in den Flächenmärkten ohnehin fast nichts aufgestellt und der Fachhandel gleichzeitig immer weiter zurückgedrängt wird. Insgesamt sind wir aber zufrieden. Gerade mit Take 2 Interactive, Electronic Arts, Sony, Nintendo und Vivendi Universal Interactive haben wir diesbezüglich sehr fruchtbare Beziehungen.

gm: Kleiner Ausblick in die Zukunft: Sehen Sie die Entwicklung für Ihr Geschäft und den Handel generell positiv?

Löwer: Auf jeden Fall! Aber ohne rosarot in die Zukunft zu blicken, sehe ich da drei große Gefahren: Die erste ist die Piraterie, wobei es hier regionale Unterschiede gibt. In Darmstadt sind wir davon kaum betroffen. Hier in Viernheim wird sich das noch zeigen. Die zweite Gefahr für den kleineren Händler sind die Flächenmärkte, und das dritte Problem ist der nichtphysikalische Vertrieb von Medien über das Internet. Das Thema wird sicher irgendwann anstehen. Ich denke, es wird einen gewissen Anteil am Markt geben, aber die Befragungen auf unseren Kundenkartenbögen weisen ganz klar darauf hin: Die CD als fassbarer Datenträger ist dem Kunden immer noch sehr wichtig. Ich denke, als erste wechseln könnte die Zielgruppe der Vielspieler, speziell der Onlinegamer. Aber zum Glück sind deutsche Konsumenten sehr kreditkartenfaul. Die Entwicklung unserer neuen Filiale sehe ich positiv. Wenn es hier nicht funktionieren sollte, wäre zumindest die Filiale in Darmstadt davon nicht betroffen. Ich denke, man sollte auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht alles schlechtreden, sondern umso mehr Eigeninitative zeigen. Grundsätzlich sollte man aber nicht alles schlecht machen.

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