Nachgefragt: Hans-Joachim Amann, Konami of Europe
games.markt sprach mit Hans-Joachim Amann, Senior European Brand Manager bei Konami of Europe, über das Thema Sicherheit bei der Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern.
gm: Kaum etwas ist schlimmer für die Vermarktung eines Spiels, als wenn vorab Versionen im Netz zu finden sind. Wie kann man diesem "GAU" als Publisher entgegensteuern?
Hans-Joachim Amann: Die Gefahren einer frühen Veröffentlichung im Netz und die Möglichkeiten, Vorabsoftware zu stehlen, sind sehr mannigfaltig, weshalb es kaum einen 100-prozentigen Schutz geben kann. Grundsätzlich sollten Betaversionen und vor allem Master-Discs bereits seitens der Entwicklerteams einen Kopierschutz implementiert haben sowie möglichst wenige Stationen durchlaufen, und zwar auf allen Seiten (Publisher, Presse, Duplikatoren). Durch eine richtige Auswahl der Partner kann das Risiko deutlich minimiert, aber nicht eliminiert werden. Durch Fingerprinting von Vorabversionen lässt sich eine Netzveröffentlichung auch häufig zurückverfolgen und der Kreis der Verdächtigen eingrenzen.
gm: Wie groß ist die Gefahr bei der Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern allgemein und speziell im Duplikationsbereich?
Amann: Natürlich sind die Risiken im externen Bereich stets höher als im internen. Wann immer möglich, wird ein Produkt auch "persönlich begleitet", so zum Beispiel bei Videoaufnahmen für Werbung. Werden Vorversionen zum besseren Verständnis jedoch Übersetzern zur Verfügung gestellt, geht dies nicht. Das Vertrauen zum Partner muss bei solchen Aktionen selbstverständlich groß sein. Das bereits erwähnte Fingerprinting kann hier zu einer zusätzlichen Absicherung führen. Es wäre das Ende einer jeden Zusammenarbeit, wenn Kopien, deren Ursprungsquelle exakt nachzuverfolgen wäre, auftauchten. Das gilt auch für die Presseseite.
gm: Welche Konsequenzen hat diese Gefahr auf die Auswahl Ihrer Partner?
Amann: Wir arbeiten ausschließlich mit renommierten Partnern zusammen und bezahlen auch gern ein paar Cent mehr als ein unnötiges Risiko einzugehen und ein vielleicht dubioses Unternehmen einzubeziehen.