Nachgefragt: Ollie Weiberg zum konzeptionellen Ansatz von NBC-Giga
Seit November 2000 spricht die tägliche Abendsendung "Giga Games" beim Jugendsender NBC-Giga Expertenspieler an, während am Nachmittag über Freizeit-, Casual- und Mobilspiele für breitere Zielgruppe berichtet wird. Programmdirektor Ollie Weiberg erläutert das erfolgreiche Konzept der "produktiven Komplizenschaft" zwischen Zuschauer und Moderatoren und warum er die Bedürfnisse der Spieler ernst nimmt.
gm:Weshalb konzentrieren Sie sich so stark auf Computer- und Videospiele?
Ollie Weiberg: Der Bereich Games zählt bei NBC Giga seit dem Senderstart im November 1998 zu den erfolgreichsten Angeboten. Gesellschaftlich und kulturell gesehen, ist die Bedeutung dieser Freizeitbeschäftigung für Millionen von Menschen immens groß. Und auch technisch hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Vor allem bei den Spielkonsolen hat es einen Quantensprung gegeben: Die Geräte sind heutzutage komplett netzwerkfähig und können für Onlinegames genutzt werden.
gm: Und wie wirkt sich das auf Ihr Programm aus?
Weiberg: Wir haben festgestellt, dass mehr als die Hälfte der regelmäßigen Giga-Seher das Programm am PC-Bildschirm mit Hilfe von TV-Karten verfolgen. Der Anteil an DSL-Nutzern und Flatratekunden unter den Giga-Sehern ist ebenfalls überdurchschnittlich hoch. Auch die Kombination aus Live-TV und Internetkommunikation - bei NBC-Giga Programm - erreicht eine völlig neue Dimension der produktiven Komplizenschaft, wie ich unsere Beziehung zwischen Moderatoren und Zuschauern definiere.
gm: Welche Zuschauerreichweiten erzielen Sie denn?
Weiberg: Laut einer NFO-Infratest-Umfrage im Jahr 2002 hatte NBC-Giga 674.000 Seher gestern. Das bedeutet, jeder zehnte unter dreißigjährige Bewohner eines Kabelfernsehhaushalts sieht täglich eine Giga-Sendung. Für uns ist das ein spektakulärer Erfolg. Wir gehen auch davon aus, dass die Zuschauerzahlen weiter steigen. Neue Daten werden derzeit erhoben. So viel vorab: Wir setzen unseren dynamischen Trend fort. Das gilt auch bei der Altersstruktur der Zuschauer: Anfangs waren wir sehr spitz positioniert und hatten vornehmlich Zuschauer im Alter bis maximal 25 Jahre. Heute stellen die 20- bis 29-Jährigen die größte Gruppe. Interessanterweise haben wir nicht den Jugendsendern Zuschauer abgenommen, sondern konnten die Wenigseher zurück vor das TV-Programm locken. Das ist auch ein Phänomen!
gm: Spiele- und Konsolenhersteller haben ihre Reklameausgaben deutlich gesenkt. Wie positionieren Sie sich auf dem Werbemarkt?
Weiberg: Für die Werbung treibende Wirtschaft sind wir ein hervorragender Partner, denn es gibt kein glaubwürdigeres, affineres Umfeld für Spiele. Mediaagenturen buchen hauptsächlich auf klassischem Weg Werbezeiten nach Volumen, während viele produktenthusiastische Kunden sich mit mindestens zwei verschiedenen Werbemaßnahmen crossmedial engagieren. Die TV- und Internetwerbemöglichkeiten können crossmedial hervorragend kombiniert werden.
gm: Wie garantieren Sie den Jugendschutz in Ihrem Sender?
Weiberg: Wir besprechen prinzipiell nur Spiele, die unserem Jugendschutzkodex entsprechen. Es versteht sich von selbst, dass wir nur Games präsentieren, die nicht indiziert sind und auch nicht als jugendgefährdend gelten. Wir zeigen nur Spiele, die sich lohnen und ein wertvoller TV-Content sind. Da unser Sendekonzept neu in der TV-Landschaft war, sind wir bereits vor Lizenzerteilung auf die Landesmedienanstalten zugegangen und halten seitdem intensiven Kontakt zu allen Jugendschutzgremien und -organisationen. Wir nehmen den Jugendschutz so ernst wie die Bedeutung des Freizeitphänomens Spiele an sich.