Nägel mit Köpf(ch)en
Im September hat das Warten ein Ende: Die kultige PC-Quizshow "You Don't Know Jack" geht in die vierte Runde.
Jack hat's einfach drauf: Frecher, bissiger, frivoler als seine biederen Kollegen von der Wissenspiel-Front begeistert das Quiz des amerikanischen Herstellers Jellyfisch seit Teil eins der "You Don't Know Jack"-Reihe durch seine scharfe Präsentation im Showstil. Eine weitere Besonderheit der deutschen Versionen, von denen bislang drei für PC und eine für PSone erschienen sind: Die enthaltenen Fragen werden nicht einfach nur "lokalisiert", sondern eigens für den heimischen Markt verfasst und aufwendig vertont. So natürlich auch bei You Don't Know Jack 4.
Via Brainstorming zu Fragen und Antworten
Mit dieser Herausforderung ist seit 1997 Coda Entertainment mit Sitz in München beauftragt, deren beide Gründer als Autorenteam ursprünglich aus dem Film- und TV-Bereich kommen und derzeit unter anderem bei der Lokalisierung von "Der Herr der Ringe: Die zwei Türme" Regie führen. 600 brandneue Fragen, von witzig bis anzüglich, hat Hans Schneck, einer der Firmengründer, beinahe im Alleingang durch kräftezehrendes Brainstorming auf die Beine gestellt - abgefahrene Alternativantworten inklusive.
Jumping Jack Flash
Vom Spieler erwartet werden gutes Allgemeinwissen, Reaktionsschnelligkeit und die Fähigkeit, um die Ecke denken zu können. Für die zehnmonatige Produktion des PC-Spiels, an der außer Projektleiter Carsten Arnold eine Handvoll Freelancer beteiligt waren, ging Coda noch einen Schritt weiter. Für eine grafische Rundumerneuerung auf Basis des Animationsprogramms Flash lieferte das Team entsprechende Vorlagen in die USA. Rein aus logistischen Gründen wurde die Flashprogrammierung von Jellyfish vorgenommen, um diese an die bisherigen Grafikroutinen anzupassen. Einen noch größeren Anteil an der überdurchschnittlichen Produktqualität hat die Akustik, inklusive lustiger Geräusche und Musiksamples. Größten Verdienst daran hat die quirlige und stellenweise provokante Moderation von Schauspieler und Synchronsprecher Kai Taschner, der zuletzt als Nachfolger von Hans Clarin dem Kobold "Pumuckl" seine Stimme lieh.
Netz geht's erst richtig los
Dass seine Fragen, Kommentare und Zwischenrufe so lebendig aus den Boxen tönen, liegt auch daran, dass Coda Entertainment die meisten Sprachsamples in mehreren Varianten aufgenommen hat. Beim vierten Teil wird dem Moderator die Ehre zuteil, zwei neue Fragetypen stellen zu dürfen: zum einen eine Art Buchstabensalat, zum anderen die zeitliche oder örtliche Einordung von Begriffen und Ereignissen. Zeitgemäß wurde auch der Mehrspieleraspekt aufgebohrt: Mussten sich vorher bis zu drei Spieler an einen Rechner klemmen, gibt es nun eine Onlineoption für Netzwerk und Internet. Wie gehabt, dürfen Spieler ihre Konkurrenten auch online "nageln", also auf die Beantwortung von kniffligen Frage festlegen.
You Don't Know Coda Entertainment
Mit witzigen, frechen und mitunter frivolen Fragen haucht Coda Entertainment "Jack" Leben ein. wir drehten den Spieß um und baten Hans Schneck und Johannes Deny zum Frage-und-Antwort-Spiel.
» Was bedeutet "You Don't Know Jack"?
Frei übersetzt so viel wie "Du hast (ja) keine Ahnung". Witzigerweise haben Fans das Wort "Jack" mit dem Namen des Quizmoderators assoziiert, der ihm seitdem geblieben ist.
» Seit dem Release des letzten Teils sind ganze drei Jahre ins Land gegangen. Warum?
Das Interesse an der "YDKJ"-Reihe hat in den USA - hier sind immerhin neun Auskoppelungen erschienen - nicht zuletzt aus Marketinggründen zusehends nachgelassen. In England, Frankreich und Japan ist gar nur eine einzige Auskoppelung erschienen. Nicht so in Deutschland, wo Fans regelrecht auf eine Fortsetzung gedrängt haben. Daher sind wir vor eineinhalb Jahre an Jellyfish mit dem Vorschlag herangetreten, einen neuen Teil für Deutschland zu entwickeln.
» Warum setzen Sie bei der grafischen Umsetzung auf Flash?
Wir wollten eine noch modernere, flottere Präsentation mit farbenfroheren Grafiken, die der MTV-Generation entspricht.
» Apropos: Wie sieht denn die Zielgruppe von "Jack" aus?
Die Zielgruppe ist bunt gemischt, um nicht zu sagen, inhomogen. Generell sind "Jack"-Fans älter als Spieler anderer Genrevertreter. Sie wissen "Jack" vor allem für jene Fragen zu schätzen, die unter die Gürtellinie zielen.
» Was hat Ihnen während der Entwicklung am wenigsten Spaß gemacht?
Vor allem die arbeitsintensiven Aufnahmen von Generics, also mehreren Varianten der Sprachtakes. Allein hierfür haben wir mit Kai Taschner mehrere Wochen in unserem Tonstudio verbracht.
» Ist von "Jack 4" eine Konsolenportierung zu erwarten?
Grundsätzlich liegt das in der Entscheidung von Take 2. Wir sind diesbezüglich jedenfalls offen, auch in Hinblick auf andere Formate, beispielsweise Handys. Abgesehen davon, ist "YDKJ 4" erstmals so programmiert, dass künftig neue Fragen implementiert werden können.