Neue Mediastore-Filiale in Viernheim fordert Konkurrenz zum Duell
Im baden-würtembergischen Viernheim nahe Mannheim feierte Mediastore-Geschäftsführer Maik Löwer die Neueröffnung der zweiten Mediastore-Filiale mit Partnern und Freunden. Für den MacMedianereine große Aufgabe und auch ein Test, ob sich das erfolgreiche Konzept von Darmstadt in andere Regionen transportieren lässt. Aus Darmstadt mitgebracht hat er jedenfalls die starke Konkurrenz. MediaMarkt, Karstadt und Co. fletschen schon die Zähne im Haifischbecken Rhein-Neckar-Zentrum. Kann die neue Mediasorte-Filiale den Platzhirschen Paroli bieten?
Die ersten Kunden konnten die neue Mediastore-Filiale in Viernheim bereits bestaunen, während die Mitarbeiter die Sektkorken für die offizielle Filialeröffnung knallen ließen. Zusammen mit seinen Kollegen Stefan Weinz und Peter Uhrig versucht Geschäftsführer Maik Löwer mit seiner zweiten Filiale nach erfolgreichen sechs Jahren in Darmstadt sein Geschäftsmodell auf die Probe zu stellen. Freunde und Handelspartner gratulierten Löwer zur Filialeröffnung. Bereits seit zwei Jahren bemüht er sich um die Fläche im Rhein-Neckar-Zentrum, die Ladenflächen sind heiß begehrt. Doch der schwierige Teil wartet noch auf das Mediastore-Team: die Etablierung inmitten eines Konglomerats aus allen Big Playern des Handels. Die Leuchtschriften von Media Markt, Saturn, Toys'R'Us und Co. springen dem Kunden ins Auge. Nicht leicht für einen flächenmäßig kleinen Laden wie den Mediastore, sich hier zu behaupten.
Doch Maik Löwer sieht sich mit seinem Konzept gut gerüstet. Schließlich ist er die starke Konkurrenz bereits aus Darmstadt gewohnt, wo er seit sechs Jahren eine Game-It-Filiale führt - mit großem Erfolg. "Innerhalb der Gruppe waren wir die umsatzstärkste Filiale", sagt Löwer und schiebt den Erfolg uneigennützig auf den guten Standort. Seit sich Mediastore McMedia angeschlossen hat, freut sich Löwer über "schwärzere" Zahlen in der Jahresabrechnung. "McMedia kümmert sich vorrangig um den einzelnen Händler vor Ort, nicht die Zentrale steht im Mittelpunkt", lobt Löwer die Zusammenarbeit. Auffallend ist jedoch, dass kein McMedia-Logo die Fassade der neuen Filiale ziert. Auf diese Weise will man sich nicht von der Einkaufsgemeinschaft abgrenzen, sondern vielmehr die eigene Marke weiter in den Vordergrund stellen, betont Löwer.
Mit seinem Konzept will er sich auch deutlich von den Flächenmärkten abheben. "Früher habe ich den Media Markt gefürchtet, heute habe ich nur noch Respekt", zeigt sich Löwer selbstbewusst. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zwischen seinem Filialgeschäft und den Big Playern der Branche sieht er in der Leidenschaft, mit der Produkte dem Kunden präsentiert werden. So hat man bei Mediastore das amerikanische Konzept aufgegriffen, Neuheiten bereits vor dem Release als Leerhülle ins Regal zu stellen, um beim Kunden die Aufmerksamkeit im Vorfeld zu steigern. Service ja, aber nicht auf Kosten des preislichen Konkurrenzfähigkeit, lautet die oberste Maxime Löwers. Er habe sich damit abgefunden, dass in Deutschland in erster Linie über den Preis verkauft wird und der Servicegedanke erst die zweite Geige spielt.
Natürlich könne er mit einmaligen Sonderaktionen nicht mithalten, schließlich wolle er keine Produkte "verschleudern". Im Preiskampf setzt er lieber auf "dauergünstig" und liegt bei den Konsolenspielen generell nur knapp über der 50-Euro-Marke. Wichtig ist laut Löwer auch die Atmosphäre im Laden: "Der Kunde muss sich wohl fühlen. In den Flächenmärkten wird einfach kein entspanntes Einkaufserlebnis vermittelt." Außerdem betrachtet Löwer die Frequenz am Standort in einem Einkaufszentrum als Schlüssel zum Erfolg. Diese gedenkt er mit den Neuheiten für den Laden zu nutzen. Ergänzt wird sein Geschäft durch den Gebrauchtwarenhandel, der besonders zur Kundenbindung beitragen soll. Rund zehn Prozent des Umsatzes macht das Geschäft mit gebrauchten Spielen bei Mediastore aus. Spezielle Kombiangebote wie "Soul Calibur II" für zehn Euro bei gleichzeitigem Eintausch zweier gebrauchter Games sollen zusätzlich Kunden ins Geschäft locken. "Die größte Marge fahren wir aber sicherlich mit Restposten", so Löwer, weshalb im Laden auch viele ältere Games zu geringen Preisen als Mitnahmeartikel geführt werden.
Nicht nur die Pyramiden-Titel stehen dabei im Vordergrund, auch ein eigenes Budgetsoftwaredisplay ergänzt das Angebot. Ein weiteres bewährtes Kundenbindungsrezept greift Löwer mit seinen Kundenkarten auf. So gewährt der Mediastore Inhabern einer Karte zwei Euro Rabatt bei Vorbestellung eines neuen Titels oder SMS-Benachrichtigung bei Release eines Spiels, falls gewünscht. Besitzer der "Red Edition" bekommen zehn Prozent Sofortrabatt beim Kauf eines Gebrauchtspiels, zwei Prozent auf ein Neuspiel und Mitnahmeartikel wie Poster und Aufsteller zu aktuellen Titeln. Entscheidend ist für Löwer auch, das Kerngeschäft Games über einigen Zusatzgeschäften nicht aus dem Auge zu verlieren. Zwar führt er in Darmstadt bereits seit vier Jahren die Top-Ten-DVDs, sieht sie aber als reine Frequenzbringer. "Schließlich bin ich kein Gemischtwarenhändler", bringt er es auf den Punkt. Klappt der "Test" in Viernheim, kann sich Löwer durchaus vorstellen, mit dem Konzept Mediastore zu expandieren. Ein Vorhaben, das auch anderen Fachhändlern wieder Mut machen könnte.