Preiskämpfe schaden dem Gesamtmarkt

-Die Preise für PC- und Videospiele stürzen ins Bodenlose
-Die Preise für PC- und Videospiele stürzen ins Bodenlose © None

Nicht nur zur Weihnachtszeit, dann aber besonders: Die Händler unterbieten sich gegenseitig beim Pricing für PC- und Videospiele. Zahllose Werbungen verkünden die fatale Botschaft: Neuheiten gibt's zum Schleuderpreis.

Preisaggression und Dumpingaktionen begleiten die Gamesbranche stets durchs Kalenderjahr. Mit erschreckender Regelmäßigkeit schlägt irgendwann immer ein Handelsunternehmen bei einem Toprelease zu und löst den Flächenbrand aus, den alle Marktteilnehmer verdammen. Die Musik- und DVD-Branche könne schon heute ein trauriges Lied davon singen, betonte Manfred Gerdes, Geschäftsführer Sony Computer Entertainment Deutschland, gegenüber games.markt.

Handel drohen 70 Millionen Verlust

Noch schlimmer: "Die Preisklasse von 50 bis 60 Euro hat sich im Abverkauf innerhalb der ersten neun Monate dieses Jahres halbiert, und der Anteil von Software unter 20 Euro ist um den Faktor vier gestiegen und hält jetzt einen Abverkaufsanteil von circa 14 Prozent. Wenn dieser Trend so weitergeht, verliert der Handel im nächsten Jahr etwa 70 Mio. Euro, die besser in Werbung investiert werden sollten statt in ruinösen Wettbewerb", so Gerdes.

Selbst auf Handelsseite macht sich gegenwärtig Unmut breit: "Die aktuelle Preisaggressivität ist der Gipfel dessen, was wir das ganze Jahr über beobachten können. Diese Preisaktionen sind absolut unnötig", sagt Efthimios Sidiropoulos von McMedia. Auch Werner Heiß, Bereichsleiter Multimedia Müller, gibt frustriert zu Protokoll: "Die Vernunft zieht eben nicht ein."

Und Manfred Gerdes regt an: "Im Prinzip sollte die Industrie über Preiserhöhungen nachdenken, damit dieser Trend endlich gestoppt und das Geld sinnvoll in Promotion und Werbung investiert wird, die den Markt aufbauen und langfristig auch für den Handel ein kalkulierbares Geschäft bleiben lassen."

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