Raus aus dem Haus, rein ins Vergnügen: "Die Sims brechen aus" im Test
Noch bevor die Erfolgsgeschichte der "Sims"-Sippe im kommenden Jahr mit dem zweiten PC-Teil weitergeht, erleben die virtuellen Erdenbürger ihr Konsolencomeback, wobei sie erstmals auch den Game Boy Advance unsicher machen.
Nachdem das erste Konsolen-"Sims" in erster Linie eine Umsetzung des PC-Erfolgstitels war, bringt Electronic Arts nun eine konsolentypischere Variante der ursprünglichen Spielidee auf den Markt, die zudem einige neue Ideen in die Erfolgsserie einführt. Interface und Grafik wurden überarbeitet und an die Next-Generation-Konsolen angepasst. Los geht es wie gehabt damit, einen eigenen Sim zu kreieren. Schon während Geschlecht, Aussehen und Persönlichkeit bestimmt werden, zeigen sich die Auswirkungen der neuen Grafikengine. Die wesentlich detaillierteren Sims - ein Vorgeschmack auf "Die Sims 2" für PC - reagieren beispielsweise auf die Klamotten, mit denen der Spieler sie ausstattet. Persönlichkeit und Aussehen des Sims wirken sich im Spielverlauf recht stark aus, die Wahl sollte also mit Bedacht erfolgen. Gegenüber der PC-Fassung stehen die zu erfüllenden Aufgaben stärker im Vordergrund, die freie Gestaltung von Leben und Karriere des digitalen Zöglings tritt etwas in den Hintergrund.
So gilt es, als gerade erwachsen gewordener Sim zunächst einmal, das Elternhaus zu verlassen und eine eigene Bleibe zu finden. Statt dem häuslichen Treiben des Sims zuzusehen, findet man zahlreiche Möglichkeiten, sich in der lebendigen "Sims"-Welt zu betätigen. Natürlich locken erneut unzählige Gegenstände und Accessoires - vom DJ-Pult über Tattoos und Piercings bis hin zum Moon Walk reichen die mehr als 100 neuen freischaltbaren Objekte und sozialen Aktivitäten, die einen jungen Sim glücklich machen. Außerdem warten rund 40 gewohnt verrückte Charaktere darauf, vom Spieler kennen gelernt zu werden, wobei die Interaktionsmöglichkeiten mit den CPU-Charakteren etwas erweitert wurde. Neu - und bisher nur in der Konsolenversion möglich - ist, die Umgebung mit einem Auto oder Motorroller erkunden zu dürfen.
Statt der eher gewöhnlichen Karrieren im Original locken nun ausgefallene Berufsmöglichkeiten wie Gangster, Athlet und Verrückter Professor. Auch der Mehrspieleraspekt kommt nicht zu kurz: Wer will, kann seinen Sim auf Memorycard speichern und auf der Konsole eines Freundes "freilassen". Gemeinsames Spiel ist möglich; man kann beispielsweise Objekte austauschen. Darüber hinaus trumpft die PlayStation-2-Version mit einer spaßigen Option auf: Via Internet kann sich der Spieler in eine Art Lobby einloggen, wo andere Sims anzutreffen sind. Hier kann nach Lust und Laune gechattet werden - der so genannte Matchmaker stellt Daten wie Sternzeichen, Geschlecht und Persönlichkeit zweier Sims gegenüber.
Fazit: Man merkt "Die Sims brechen aus" an, dass es speziell für Konsole entwickelt wurde. Durch das neue Spielsystem geht ein Teil des ursprüngliches Reizes der originellen Lebenssimulation verloren, was aber durch die zahlreichen neuen Aspekte wieder ausglichen wird. Dank der modernisierten Präsentation sollte die eigenständige Fortsetzung an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen, wobei die GBA-Ausgabe mangels Konkurrenz besondere Nachfrage erfahren dürfte.