"SOCOM II: U.S. Navy Seals": Schleich-Shooter der Spitzenklasse

"SOCOM II: U.S. Navy Seals": Schleich-Shooter der Spitzenklasse
© None

Dank innovativer Headset-Unterstützung und starkem Mehrspielermodus fand das realistisch inszenierte "SOCOM" viele Anhänger. Auch die überarbeitete und erweiterte Fortsetzung ist auf Erfolg programmiert - in den USA ist sie bereits erfolgreichster Onlinekonsolentitel.

Wie beim Vorgänger umfasst die Einspielerkampagne von "SOCOM II" zwölf Einsätze. Diesmal verschlägt es die vierköpfige Spezialeinheit nach Albanien, Brasilien, Algerien und Russland. Der Spieler steuert stets nur Commander Spectre und befehligt die übrigen Teammitglieder mit Hilfe von Textmenüs oder Sprachkommandos via USB-Headset. Um im Kampf nicht wehrlos dazustehen, bewaffnet der Spieler seine Einheit vor dem Einsatz mit je einer Primär- und Sekundärwaffe. Knapp 20 authentische Modelle stehen zur Auswahl, darunter Maschinengewehre, Sniper Rifles, Handfeuerwaffen sowie eine Panzerfaust. Unrealistische Elemente, wie beispielsweise Energiepullen, sucht man wieder vergeblich: Wird der Spieler abgeschossen, ist die Mission vorbei.

Für Frust sorgt das unflexible Speichersystem: Nur nach einem bestandenen Einsatz darf der Spielstand auf Memory Card gebannt werden. Die Einsätze finden sowohl tagsüber als auch nachts statt. Auch Wettereinflüsse wie Schneefall oder Regen halten das Team nicht davon ab, heikle Aufträge zu erfüllen: So sprengt man ein unter anderem ein Drogenlabor in die Luft, infiltriert lautlos ein Fabrikgebäude oder absolviert Eskortier- und Rettungsjobs. Damit der Spieler nicht den Überblick verliert, werden in der so genannten Tacmap die Haupt- und Nebeneinsatzziele säuberlich aufgeführt. Des Weiteren sind in jedem Level geheime Bonusziele versteckt, die man durch akribisches Abklappern der Umgebung ausfindig machen muss. Das gaukelt dem Spieler zwar eine gewisse Bewegungsfreiheit vor, im Prinzip laufen die Missionen aber sehr linear ab.

Für eine ordentliche Prise Dramatik bürgen plötzlich wechselnde Einsatzziele und geskriptete Szenen: So taucht zum Beispiel urplötzlich ein feindlicher Helikopter am Himmel auf, der das Team unter Beschuss nimmt. Die KI der Gegner wurde im Vergleich zum Erstling leicht verbessert: Bei Schusswechseln gehen die Feinde in Deckung, verstecken sich hinter Objekten und rufen Verstärkung. Im Mehrspielermodus, der online und in einem lokalen PS2-Netzwerk spielbar ist, zeigt die Entwicklung von Zapper Interactive einen deutlich actionreicheren Charakter als in der Solokampagne. In fünf Modi treten zwei Teams mit jeweils bis zu acht menschlichen Teilnehmern gegeneinander an. Gegenüber dem Vorgänger wurden mit "Stürmen" und "Belagerung" zwei neue Spielvarianten sowie zwölf frische Karten eingebaut. Rangabzeichen, Freundeslisten, ein vollwertiger Chat-Modus und Clan-Ranglisten lassen in Sachen Komfort keine Wünsche offen.

Grafisch ist "SOCOM II" kaum besser als der erste Teil: Hier und da gibt es ein paar neue Animationen und Lichteffekte zu sehen, auch den Gebäuden wurden einige Extrapolygone spendiert. Während die Einsätze in Städten oder Gebäuden aufgrund des düsteren Looks visuell eher unspektakulär geraten sind, stechen die Abschnitte in freier Natur - weitläufige Wald- und Wiesenabschnitte sowie ein dicht bewachsener Dschungel - positiv heraus. Die deutsche Sprachausgabe und der Funkverkehr wurden größtenteils unverändert aus Teil eins übernommen, sind also wieder sehr atmosphärisch. "SOCOM II" ist auch im preiswerten Bundle mit einem gegenüber dem Vorgänger leicht verbesserten USB-Headset von Logitech erhältlich, das erfreulicherweise einen Lautstärkeregler besitzt.

Fazit: "SOCOM II" bietet zwar - vor allem technisch - keine revolutionären Neuerungen, fesselt aber dank spannender Einsätze, taktischer Finesse und Headset-Feature bis zum Abspann an den Bildschirm. Für reichlich Langzeitmotivation sorgen die Mehrspielergefechte, die dank zusätzlicher Modi noch spaßiger und abwechslungsreicher ausfallen. Somit ist "SOCOM II" erneut ein Muss für Fans von taktisch angehauchten Actionspielen.

Read more