Sony bilanziert Geschäftsentwicklung 2003

Mit 2003 zufrieden: SCED-Chef Manfred Gerdes
Mit 2003 zufrieden: SCED-Chef Manfred Gerdes © None

Sony Computer Entertainment Deutschland (SCED) ist die unumstrittene Nummer eins im Markt. Daran ließ Geschäftsführer Manfred Gerdes keinen Zweifel, als er Zahlen zur Geschäftsentwicklung 2003 präsentierte. Künftig will SCED seine Marktposition, aber auch das Image der Marke PlayStation für die Emanzipation der Branche nutzen.

Mit einem Marktanteil von über 60 Prozent hat Sony Computer Entertainment Deutschland (SCED) die Mitbewerberkonsolen der PlayStation 2 im vergangenen Jahr erneut abgehängt. Dies geht aus aktuellen Daten hervor, die Manfred Gerdes, Vice President und Managing Director, im Rahmen einer Strategiepressekonferenz Mitte Februar präsentierte. "Die Angriffe unserer Wettbewerber haben nicht sehr viel ausrichten können", sagte Gerdes nicht ohne Stolz vor den im Sky-Garden des Berliner Sony Center versammelten Jornalisten. So hätten zwar Xbox-Preissenkung, "Zelda"-Bundle und die deutliche GameCube-Preissenkung unter dem Jahr die Marktanteilsverteilung immer wieder zu Ungunsten Sonys verändert, jedoch seien diese Veränderungen nicht von Dauer gewesen. Der PS2-Marktanteil erreichte im Dezember etwa den Wert vom Januar 2003. Nicht weniger erfolgreich habe im vergangenen Jahr die Software für die PS2-Plattform abgeschnitten. Ihr Marktanteil bewege sich sogar schon deutlich auf die 70-Prozent-Marke zu. Über den gesamten Produktlebenszyklus seien die Marktanteile sowohl bei der PS2-Hardware wie auch bei den entsprechenden Spielen auf über 70 Prozent gestiegen.

Konkurrenz erneut abgehängt

Erstmals gab Gerdes auch Auskunft über das "Verfolgerfeld". Nach den von ihm zitierten Daten rangiert Microsofts Xbox nur auf dem dritten Platz. Ein Trend, der sich aus den Daten ablesen lässt, ist die deutliche höhere Preisaggressivität, mit der Sonys Mitbewerber agieren. So gingen die Durchschnittspreise für Xbox- sowie GameCube-Hard- und -Software deutlicher zurück als die der PS2. Allerdings lässt sich zumindest die Entwicklung im Softwarebereich teilweise mit der Einführung der Budgetreihen "Xbox Classics" und "Player's Choice" erklären. Neben dem detaillierten Rückblick gab SCED im Rahmen der Pressekonferenz auch einen Ausblick auf die kommenden Monate. Dabei stehe vor allem die neue Brandpositionierung im Fokus der Aktivitäten, auf die SCED-Marketingchef Ulrich Barbian explizit einging. Studien von MTV und Markt & Sport hätten für die Marke PlayStation einen hohen Bekanntheitsgrad ausgeweisen. Noch wichtiger sei das Image der Marke, die nach Meinung von Barbian über eine sehr hohe Glaubwürdigkeit verfügt.

Dieses Markenimage will Barbian auch im positiven Sinn für die gesamte Branche nutzen. "Mittelfristig wollen wir als gleichwertiges Entertainment neben Film und Musik stehen", so Barbian. Der Wandel vom eher düsteren, egozentrischen "The Third-Place" zum kommunikativen, interaktiven "Fun, anyone?" sei dabei nur ein Schritt. Auch durch Produktinnovationen soll Gaming zunehmend als vorurteilsfreie und relevante Freizeitbeschäftigung etabliert werden. Bestes Beispiel dafür sei EyeToy: 630.000 Units habe SCED bereits an den Handel ausgeliefert, 570.000 seien bereits entweder als Stand-Alone-Produkt oder als Bundle durchverkauft. Als nächsten Streich in Hinblick auf Casual- und Non-Gamer plant SCED die Einführung von "SingStar", einem Karaokespiel. Damit betritt SCED zwar nicht wie bei EyeToy Neuland, die explizite Positionierung als Multiplayer-Party-Game könnte dem in Deutschland bislang wenig erfolgreichen Spieltypus aber großen Auftrieb verschaffen.

Warum das Branchenimage für SCED von essenzieller Bedeutung ist, wird im Zusammenhang mit den langfristigen Strategieplänen des UE-Konzerns deutlich. Diese erläuterte Manfred Gerdes auf der Pressekonferenz. Langfristig wolle Sony "das Wohnzimmer dominieren". Erreicht werden soll dies Schritt für Schritt mit Produkten wie PSP, PSX und PS3. Neue Informationen, beispielsweise zum Releasezeitpunkt von PSX und PSP, blieb Gerdes in Berlin allerdings schuldig.

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