"Spellforce": Fantasy der Weltklasse

"Spellforce": Fantasy der Weltklasse
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Schon lange kein Geheimtipp mehr: Der Echtzeitstrategie-Rollenspielmix von "Siedler"-Vater Volker Wertich und dessen Phenomic-Team ist dank des erfrischenden Spielkonzepts und guter Optik eines der wichtigsten PC-Produkte des Jahres.

Entwicklungsland Deutschland: Im Vergleich zu den europäischen Nachbarn ist der deutsche Output an Spielesoftware dürftig bis so gut wie nicht existent. Nichtsdestotrotz entsteht alle paar Jahre eine Pixel-Perle, die Spielegeschichte schreibt und Genres neu definiert. So geschehen mit Phenomedias Rollenspielbestseller "Gothic" oder der Aufbausimulation "Die Siedler". Deren Urheber Volker Wertich will diesen Winter ein weiteres Mal spielerisches Neuland erobern und PC-Giganten wie "WarCraft III" oder "Dungeon Siege" die Stirn bieten. Das klingt vermessen, ist aber nicht unrealistisch - "SpellForce" hat mit grandioser Optik und einem erfrischend neuen Spielkonzept bereits die gesamte Fachpresse von seinem Potenzial überzeugt.

Der Clou an dem Fantasyprodukt: Es ist weder ein reines Echtzeitstrategical noch pure Aufbausimulation oder tief schürfendes Rollenspiel, sondern alles in einem. Sinn des epischen PC-Abenteuers ist natürlich die Weltenrettung durch einen tapferen Helden. Ein Zaubererkrieg hat die Heimat der Spielfigur zerstört, nur 32 durch magische Portale verbundene Landmassen sind übrig geblieben. Seit einiger Zeit ist Frieden eingekehrt und die Bevölkerung hat sich mit den Umständen arrangiert, da droht neues Unheil. Ein dunkler Zauberer kehrt zurück, um sein Werk zu Ende zu bringen, und allein der Spieler hat die Macht, sich ihm entgegenzustellen. Am Anfang steht die rollenspieltypische Heldenwahl unter diversen Rassen, Klassen und Magievorlieben. Wie bei "Baldur's Gate" & Co. gewinnt der Charakter im Lauf des Abenteuers Erfahrungspunkte und steigert peu à peu seine Fähigkeiten. Doch auf sich allein gestellt hat der Weltenretter wenig Überlebenschancen: Dank erkämpfter oder gefundener Runensteine kann er aber eine kleine Truppe Kampfgenossen um sich scharen.

Andere Steine verschaffen dem Spieler eine Hand voll Arbeiter: Mit diesen werden in typischem Echtzeitstrategiestil Stützpunkte errichtet und Ressourcen abgebaut. Der Kniff am Strategiepart: Mit Menschen, Zwergen, Elfen, Dunkelelfen, Trollen und Orks gibt es sechs verschiedene Rassen, derer sich der Spieler bedienen kann - und das sogar gleichzeitig. Das ist nicht die einzige Innovation, auf die Phenomic stolz ist. So vereinfacht ein neuartiges, Click'n'Fight betiteltes Kampfsystem das Echtzeitgemetzel: Der Spieler klickt mit dem Cursor einfach auf eine gegnerische Einheit und erhält mögliche Aktionen als Icons unter seinem Heldenporträt. Ein zweiter Klick, und schon ist in Windeseile eine sinnvolle Aktion ausgeführt. Und damit Zaubersprüche, Monster und Landschaften richtig gut zur Geltung kommen, vertrauen die Entwickler auf kompetente 3D-Grafikroutinen: "SpellForce" bedient sich der "AquaNox 2"-Engine und sieht damit besser aus als die Fantasykonkurrenz. Weihnachten kann kommen!

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