Spielgefährte für mobile Connectivity

Dank N-Gage: Endlich mal Lara in die Tasche stecken
Dank N-Gage: Endlich mal Lara in die Tasche stecken © None

Mit der weltweiten Markteinführung seines Multitalents N-Gage feiert Handyhersteller Nokia jetzt seinen Einstand im Games-Bereich.

N-Gage ist weder konventionelles Handy noch klassisches Handheld, auch wenn es von Nokia als erstes tragbares Spieleterminal vermarktet wird. Von gängigen Handys unterscheidet sich N-Gage in erster Linie durch das Design, das digitale Steuerkreuz und den Umstand, dass zum Telefonieren oder Abhören der Mailbox die schmale Seite des Geräts ans Ohr gehalten werden muss.

Die äußerlichen Merkmale, darunter auch das hochformatige Display, lassen die technischen Finessen des Tausendsassas freilich nur erahnen: Vielseitig wie ein Schweizer Taschenmesser, kann man mit N-Gage nämlich nicht nur telefonieren und Games spielen, sondern auch Soundfiles abspielen, Radio hören, Termine verwalten, E-Mails versenden und vieles andere mehr.

Kern-Zielgruppe Gamer

Ebenso wie das ähnlich designte Musiktalent 3300 aus gleichem Hause empfiehlt sich N-Gage natürlich auch als portabler MP3-Player. Lediglich auf eine eingebaute Kamera muss die, vornehmlich jugendliche, Zielgruppe verzichten, die sich ohnehin für Gaming als Kernstück von N-Gage begeistern sollte, zumal die Nutzung von Bluetooth neue spielerische Möglichkeiten eröffnet.

Spezifikationen N-Gage

Abmessungen: 133,7 mm x 69,7 mm x 20,2 mm Gewicht: 137 Gramm Auflösung: 176 x 208 Pixel RAM: 3,4 MB Sound: 16-Bit-PCM-Stereo-Sound, Wave-, Midi- und MP3-Support Speichermedium: Multi Media Card (32 MB MMC im Lieferumfang enthalten) Stromversorgung: Aufladbarer Li-Ionen-Akku

Die Vorteile dieser Technologie beschränken sich nicht darauf, dass für Multiplayersessions künftig kein Linkkabel mehr erforderlich ist. Vielmehr lassen sich - so zumindest die verheißungsvolle Vision - spielwillige N-Gage-Besitzer orten, sofern sie sich in der näheren Umgebung des Spielers befinden.

Damit nicht genug: Statt immer nur die eigenen Bestleistungen zu toppen, lassen sich kurzerhand von anderen N-Gage-Spielern vorgelegte Rekorde aus dem Netz laden und als "Ghost" verwenden. In diesem Punkt ist N-Gage Systemen wie dem Game Boy oder dem kommenden GP32 von Mitsui klar überlegen.

Allerdings fordern die Hintergrundbeleuchtung des Displays, der superflache Akku und Bluetooth auch ihren Tribut. So ist der Spielspaß je nach Titel auf maximal drei bis sechs Stunden begrenzt.

Zusätzlicher Akku ein Muss

Echte Spielefreaks und Vielreisende werden folglich nicht um den Erwerb eines Ersatzakkus umhinkommen. Unabhängig von ihren Multiplayeroptionen sind die zur Markteinführung von N-Gage angebotenen Spiele nicht gerade besonders originell. Bei den meisten Veröffentlichungen handelt es sich um erweiterte Umsetzungen bekannter Entwicklungen, die oft schon für Game Boy erschienen sind. Dass die erste Spielestaffel wenig Neues bietet, liegt auch an der abwartenden Haltung einiger Third-Party-Publisher, die wohl erst nach entsprechenden Verkaufserfolgen auf den N-Gage-Zug aufspringen werden.

Gut zu wissen, dass Marktführer Electronic Arts unlängs seine Unterstützung für das neue Format angekündigt hat. Bereits in den Startlöchern steht die Ubisoft-Tochter gameloft, die voraussichtlich im November die viel versprechenden N-Gage-Versionen von "Splinter Cell" und "Rayman 3" über Nokia veröffentlichen will.

Fazit nach dem Probespiel: Trotz kleinerer Designschwächen überwiegt der Funfaktor, wenngleich nicht alle Spieletitel in puncto Präsentation und Umfang überzeugen können. Trendige Features, ein kompaktes Design und weit reichende Handyapplikationen machen N-Gage auf alle Fälle zu einem begehrenswerten Wegbegleiter.

Knackpunkt für einen Erfolg von N-Gage und der nicht ganz preiswerten Software wird unter anderem sein, in welchen Umfang Provider Kunden mit hohen Subventionen an die zukunftsweisende Plattform binden können.

Spielesoftware zum N-Gage-Launch

Tomb Raider

Publisher/Vertrieb: Eidos/NBG Genre: Action-Adventure Spieler: 1

Die Jagd nach einem legendären Artefakt macht dank reichlich Action, knackigen Rätseln und dreier N-Gage-exklusiver Level ähnlich viel Spaß wie beim Original für PC und Konsole. Highlight des zum N-Gage-Start erscheinenden Action-Adventures sind Wettrennen auf einem vorgegebenen Parcour, für die Bestleistungen mit anderen N-Gage-Spielern via Server ausgetauscht werden können.

MotoGP

Publisher/Vertrieb: THQ/NBG Genre: Rennspiel Spieler: 1 bis 4

Auf dem Rücken von zehn heißen Öfen aus dem Hause Suzuki, Yamaha u. a. erlebt der Spieler hitzige Wettrennen, die grafisch recht unspektakulär geraten sind.

Pandemonium!

Publisher/Vertrieb: Eidos/NBG Genre: Jump'n'Run Spieler: 1

Die schmucke Umsetzung des PSone-Klassikers um Fargus, den Hofnarren, und Zauberlehrling Nikki bietet ein aberwitziges Gameplay in bestem Jump'n'Run-Stil.

Puyo Pop

Publisher/Vertrieb: Atari/NBG Genre: Denkspiel Spieler: 1 bis 2

Optisch wenig eindrucksvoller Mix aus "Tetris" und Columns Crown", bei dem jeweils vier der herabfallenden Knuddelhelden zusammengeführt werden müssen.

Puzzle Bobble

Publisher/Vertrieb: Avalon Interactive/NBG Genre: Geschicklilchkeit Spieler: 1 bis 4

Der nicht totzukriegende Taito-Klassiker darf auf keiner neuen Plattform fehlen. Wie gehabt, müssen möglichst schnell gleichfarbige Blasen zum Platzen gebracht werden.

Super Monkey Ball

Publisher/Vertrieb: Atari/NBG Genre: Geschicklichkeit Spieler: 1

Nach GCN und GBA wollen die in Glaskugeln gefangenen Äffchen auch auf N-Gage unter Zeitdruck über vertrackte Plattformen gesteuert werden, ohne herunterzufallen.

Sonic N

Publisher/Vertrieb: Atari/NBG Genre: Jump'n'Run Spieler: 1

Das Sega-Maskottchen begibt sich mit seinen altbekannten Freunden erneut auf eine überaus rasante Punktejagd, um die finsteren Pläne von Dr. Robotnik zu durchkreuzen.

Tony Hawk's Pro Skater

Publisher/Vertrieb: Activision/NBG Genre: Sport Spieler: 1 bis 2

Auch auf dem N-Gage macht der Vorzeigeskateboarder eine gute Figur. Ein speziell für N-Gage entwickeltes Steuerkommando erleichtert die Ausführung von Tricks.

Virtua Tennis

Publisher/Vertrieb: Atari/NBG Genre: Sport Spieler: 1 bis 4

Der Dreamcast-Hit im Westentaschenformat. Auf Hartplatz, Sand und Rasen liefern sich die Spieler Tennismatches oder vergnügen sich mit witzigen Minigames.

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