test.drive: "Need for Speed: Underground"
Beim aktuellen Ableger der populären Rennspielreihe muss der Spieler zwar auf die lieb gewonnenen Verfolgungsjagden mit der Polizei verzichten, kommt dafür aber in den Genuss einer Grafik, wie man sie so auf der PlayStation 2 noch nicht gesehen hat.
Auf der diesjährigen E3 machte "Need For Speed: Underground" die Runde, obwohl es nur hinter verschlossenen Türen und nicht direkt am Messestand von Publisher Electronic Arts präsentiert wurde. Der Grund der allseitigen Verzückung: Die Grafik des Racers ist nicht nur pfeilschnell, sondern wartet auch mit aufwendig modellierten Wagen und insbesondere mit tollen Lichteffekten auf: Da die illegalen Rennen nachts stattfinden, rauscht der Spieler durch kunterbunt illuminierte Stadtszenarien, wobei sich Straßenbeleuchtung, Neonreklamen und sonstige Lichtquellen auch auf der Fahrbahn spiegeln.
Im Mittelpunkt der todesmutigen Raserei steht der "Underground"-Modus, der gegen drei CPU-Gegner ausgetragen wird. Nur wer es schafft, sich durch Bestleistungen und einen nach und nach frisierten PS-Boliden abzugrenzen, verschafft sich Respekt und damit entsprechende Punkte. Gefahren wird abwechselnd in den fünf Disziplinen Rundkurs, Sprint, Drag, Drift und Runden-K.O., die auch einzeln im "Quickrace"-Modus zur Wahl stehen. Enthalten sind insgesamt 22 Rennstrecken, die später auch in entgegengesetzter Richtung befahren werden müssen, sowie acht Driftkurse. Besonders spaßig unter den Disziplinen ist Drag, die an die amerikanischen Dragster-Rennen angelehnt ist. Während der kurzen Hochgeschwindigkeitsrennen auf gerader Strecke müssen auch Schaltmuffel im richtigen Moment den nächsten Gang einlegen.
Zudem werden Ausweichmanöver vor Hindernissen und Fahrzeugen einerseits durch eine trägere Lenkung erschwert, andererseits durch eine bei zunehmender Geschwindigkeit zu wackeln beginnende Cockpitperspektive. Am Ende jedes Wettbewerbs wird die Performance bewertet. So genannte Stylepunkte, die mit dem aktuellen Respekt-level multipliziert werden, hagelt es u. a. für den besten Start, Führungsrunden, Powerslides, Fahrten im Windschatten des Vordermanns und für die Pole Position. Zusammenstöße mit den "normalen" Verkehrsteilnehmern führen zu Punktabzug. Je nach Leistung streicht der Spieler nicht nur Geldprämien ein oder schaltet weitere Wagen und Strecken frei, sondern erhält auch Zugang zu dutzenden Tuningteilen. Das vielfältige Angebot reicht von Klebefolien über Spoiler bis hin zu Motor-Upgrades und einem Nitro-Boost. Obwohl sich die insgesamt 20 Fahrzeuge, darunter Golf GTI und Ford Focus, in Beschleunigung, Höchstgeschwindigkeit und Handling unterscheiden, ist "Need For Speed: Underground" ein reinrassiger Arcaderacer - einen Simulationsmodus gibt es nicht.
Fazit: Mit "NFS: Underground" tritt EA den Beweis an, das man einer etablierten Spielreihe auch nach Jahren noch neue Facetten abgewinnen kann. Die opulente Grafik, die spätestens beim Zünden des Nitro-Boost "Burnout" hinter sich lässt, begeistert ebenso wie die unterschiedlichen Wettbewerbe und unzähligen Gestaltungs- und Tuningoptionen der Wagen. Auch gefällt die ausgewogenen KI der Konkurrenten, die ebenfalls nicht vor Crashs gefeit sind. Langzeitmotivation garantieren das differenzierte Punktesystem - kein Rennergebnis gleicht dem anderen - und die Mehrspieleroptionen. Neben einem Zweispieler-Splitscreen gibt es einen Onlinemodus, in dem sich bis zu vier Spieler messen können. Kurzum: "NFS: Underground" ist ein echter Volltreffer!