Trunk forciert Non-Press-Geschäft DVD & Games

Manfred Fuss, Geschäftsführer Trunk Medien
Manfred Fuss, Geschäftsführer Trunk Medien © None

Mit Manfred Fuss als neuem Chef startet Trunk Medien, Tochter des viertgrößten Pressegrossisten Deutschlands, ambitionierte Pläne zum Ausbau des DVD- und Gamesgeschäfts. Vor allem die logistische Kompetenz macht das Unterfangen aussichtsreich.

Bereits vor Jahren ist der Pressegrossist Trunk in das Geschäft mit Videos, DVDs und Games eingestiegen. Dennoch gelang es dem Unternehmen bislang nicht, das Potenzial voll auszuschöpfen. Das soll sich nun ändern. Mit Manfred Fuss, der jahrelang Erfahrung in beiden Branchen, unter anderem bei Wial und als selbständiger Händler, sammeln konnte, hat Trunk einen neuen Geschäftsführer und Teilhaber der Non-Press-Tochter Trunk Medien an Bord geholt. Vor allem die logistische Kompetenz des Pressegrossisten will Fuss zu seinem Vorteil nutzen: Inklusive Pressebereich verfügt Trunk über mehr als 25.000 Quadratmeter Lagerfläche, samt Bandauslieferung. Zum 1. November hat Trunk ein eigenes UPS-Depot übernommen, und über die Logistik-Tochter MeDiaLog werden bereits jetzt die Produkte des Videoanbieters Planet Media ausgeliefert. Ein Service mit Erweiterungspotenzial. Laut Fuss sollen vor allem kleinere Publisher als Kunden gewonnen werden und Lagerhaltung sowie Auslieferung in die Hände der Trunk-Tochter legen.

Logistische Kompetenz nutzen

Im Kerngeschäft der Trunk Medien setzt Fuss auf eine zweigleisige Strategie. Zum einen soll der Bereich Businesskunden erweitert werden. Neben den von Fuss mitgebrachten Kunden, wie bspw. TV Markt 2000, sollen die aus dem Pressegeschäft bestehenden Kontakte zu Ketten wie Edeka genutzt werden. Dabei handle es sich jedoch um ein reines Blockbustergeschäft, so Fuss. Da Titel nach zwei Wochen fast ausschließlich in Elektromärkten nachgefragt würden, hieße die Devise: Schnell rein, schnell wieder raus. Die zweite Schiene im Geschäftskonzept betrifft das Endkundengeschäft. Zusätzlich zum hauseigenen Internetshop will Fuß vor allem die Kioskbesitzer ansprechen, nicht als Wiederverkäufer sondern als Verbraucher. 3000 Kunden fährt allein Trunk ohnehin täglich an, 365 Tage im Jahr. Mit zwei bis drei weiteren Grossisten als Partner würde die Zahl bereits auf 10.000 potenzielle Kunden steigen.

Fuss Vision ist dabei eine Art Job-Sharing: "Jeder Grossist hat seine individuellen Stärken im Non-Press-Bereich", sagt Fuss. Man könne nicht überall gleich qualifiziert sein. Während Trunk seine Einkaufskompetenz bei Büchern, Videos und Spielen sieht, könnten andere Grossisten dem gemeinsamen Kundenstamm Feuerzeuge oder Plüschtiere anbieten.

Anders als im Pressesegment sind die Grossisten im Non-Press-Bereich nicht an ihr Vertriebsgebiet gebunden. Auf diese partnerschaftliche Weise könnte so ein engmaschiges Netz für verschiedenste Produkte entstehen, von dem viele Branchen bislang nicht einmal zu träumen wagten: "Es gibt kein besseres Vertriebsnetz als den Grossisten", ist Fuss überzeugt. In der Tat gibt es weit über 110.000 Verkaufsstellen für Presseartikel.

Trotz der ambitionierten Pläne sieht Fuss Trunk Medien nicht als direkten Konkurrenten zu etablierten Großhändlern, noch zu etablierten Direktversendern. Einen Status wie Amazon oder Weltbild werde Trunk nicht erreichen, schätzt Fuss die Chancen realistisch ein. Und auch den Aufbau eines eigenen Außendienstes für die Betreuung von Fachhändlern hält er für zu kostspielig. Das bedeute jedoch nicht, dass man interessierte Fachhändler abweisen würde: "Gerade im DVD-Bereich könnten wir Gameshändler sehr gut betreuen", sagt Fuss.

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