Ubisoft startet mit großen Erwartungen ins Saisongeschäft

Ubisoft startet mit großen Erwartungen ins Saisongeschäft
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Ubisoft bringt sich in Stellung fürs bevorstehende Saisongeschäft. Mit dem stärksten Portfolio der Firmengeschichte im Rücken schmiedet Odile Limpach, Geschäftsführerin Ubisoft, ehrgeizige Pläne. Als flankierende Maßnahme hat sich der Publisher jetzt mit dem neuen Logo einen neuen Anstrich gegeben.

gm: Ubisoft startet mit dem beeindruckendsten Line-up der Firmengeschichte in das diesjährige Herbst- und Weihnachtsgeschäft. Fordern Sie jetzt auch vom Handel 60 Prozent der Verkaufsfläche für Ihre Produkte?

Odile Limpach: Auf keinen Fall. Unsere Erwartungen an den Handel beschränken sich darauf, unsere Produkte wie "XIII" oder "Beyond Good & Evil" so darzustellen, wie sie es verdienen. Da die Qualität und das Verkaufspotenzial überzeugen, wird der Handel entsprechend verfahren. Davon bin ich überzeugt. Wir sind die Nummer drei in Deutschland und werden es auch im Weihnachtsgeschäft sein.

gm: Alle Weichen stehen also auf Wachstum für Ubisoft?

Limpach: Mit Sicherheit. Dieses Wachstum wird aber nicht aus einem wachsenden Markt generiert, es wird sich vielmehr auf Kosten unserer Mitbewerber vollziehen. Unser aktuelles Portfolio wird uns helfen, diese zusätzlichen Marktanteile zu gewinnen. Darauf basiert unsere gesamte Strategie.

gm: Sie hatten sich für 2003 u. a. Zielgruppenerweiterung vorgenommen. Waren Sie erfolgreich? Trotz des schwierigen Marktumfelds?

Limpach: Da wir bisher nur wenig neue Releases in diesem Jahr hatten, konnten wir dieses Thema noch nicht in dem gewünschten Maß angehen. Das wird sich aber in Kürze ändern. Dann stehen bestimmte Produkte zur Veröffentlichung an, die einfach anders sind und gerade wegen ihrer Andersartigkeit breitere und somit auch neue Zielgruppen ansprechen werden. Ein Beispiel dafür ist etwa das Action-Adventure "In Memoriam" für PC, ein sehr innovatives Spiel, das viele Frauen und auch Casual-Gamer begeistern wird. Es erscheint am 16. Oktober.

gm: Derzeit wird heftig über die europäische Öffnung der GC diskutiert...

Limpach: Die Öffnung nach Osteuropa halte ich für sinnvoll, bei der Öffnung für die anderen europäischen Märkte wie Frankreich etc. wäre ich vorsichtig. Die GC existiert jetzt gerade zwei Jahre. Das ist zwar durch die Branchenbrille gesehen eine lange Zeit, gleichzeitig aber auch ein kurzer Zeitraum. Richtiger fände ich es, dass sich die junge Pflanze GC erst einmal in Deutschland stärker verwurzelt. Dafür braucht man mehr Zeit. Wir müssen nicht gleich in die Vollen gehen.

Wir wachsen auf Kosten der Konkurrenz

gm: Können Sie mit der aktuellen Haushaltsausstattung mit Hardware eigentlich zufrieden sein?

Limpach: Noch nicht. Deutschland tut sich wirklich schwer damit. Aber es tragen natürlich nicht nur Sony, Microsoft und Nintendo Schuld an der unbefriedigenden Situation, viele Faktoren spielen hier eine Rolle, etwa die allgemeine wirtschaftliche Lage im Land. Grundsätzlich finde ich die aktuelle Situation aber sehr spannend. So sehe ich einen Kampf der Giganten zwischen Sony und Microsoft, die das Weihnachtsgeschäft sehr beleben werden. Was den GameCube angeht, ist es schwer zu sagen, was uns die Zukunft bescheren wird.

gm: Welche Botschaft vermittelt Ihr neues Logo?

Limpach: Unser bisheriges Logo, das wir 1994 eingeführt haben, war nicht mehr up to date. In den letzten Jahren hat sich die gesamte Branche und somit auch Ubisoft in einem rasanten Tempo verändert; diesen Wandel hat das alte Logo schlichtweg nicht mehr reflektiert. Ubisoft ist in den vergangenen Jahren sehr stark gewachsen, unser Portfolio hat sich erheblich verändert, und wir sprechen inzwischen viel breitere und erwachsenere Zielgruppen an. Deshalb haben wir uns eine neue visuelle Identität gegeben, die das neue Logo transportiert. Zudem schreiben wir nun auch unseren Firmennamen zusammen, was vor allem unseren amerikanischen Partnern den Umgang mit dem Namen erleichtert.

gm: Der Zusatz "Entertainment" ist nicht länger Bestandteil des Logos?

Limpach: Von "Entertainment" haben wir uns verabschiedet, weil der Zusatz inzwischen überflüssig geworden ist. Weltweit besitzt Ubisoft heute einen sehr großen Bekanntheitsgrad - im US-Markt sind wir die Nummer sechs und in Europa die Nummer drei -, der das Unternehmen mit Entertainmentsoftware oder dem Entertainmentbusiness assoziiert. Zudem reflektiert das Logo das, was in unserem Portfolio ohnehin schon stattfindet: mehr Qualität, weniger Quantität.

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