UrhG: Zweite Runde ist eröffnet
Wenige Tage nach Inkrafttreten des neuen Urheberrechtsgesetzes (UrhG) begannen die Beratungen für die nächste Überarbeitung. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries stellt eine enge Zusammenarbeit in Aussicht, warnte jedoch vor zu hohen Erwartungen an den so genannten Zweiten Korb. Auch könne das Urheberrecht nicht vor den Folgen einer verfehlten Marketingstrategie schützen.
Obwohl das neue UrhG erst am 13. September in Kraft getreten ist, haben die Gespräche für eine erneute Überarbeitung bereits begonnen. Bei der Auftaktveranstaltung im Münchner Literaturhaus versprach Bundesjustizministerin Brigitte Zypries eine "kooperative Gesetzgebung". Sie rief alle involvierten Kreise auf, sich an dem Gesetzgebungsverfahren aktiv zu beteiligen. Im Interview mit der games.markt-Schwesterzeitschrift VideoWoche warnte Zypries die Entertainmentbranche auch vor zu hohen Erwartungen an den Zweiten Korb.
Zypries will "kooperative Gesetzgebung"
Zwar gehe es um eine Reform der Privatkopie, "aber es braucht mehr, als mit dem Finger auf die Privatkopie zu zeigen, um die Entwicklung der Entertainmentbranche zu beschreiben". Auch die Frage nach der richtigen Preispolitik sprach Zypries an. Es sei entscheidend, zu welchen Preisen und zu welchen Konditionen Produkte im Handel angeboten werden. Die Branche müsse wissen, dass sie nicht gegen den Markt produzieren und gleichzeitig erfolgreich verkaufen könne. "Das Urheberrecht kann nicht vor den Folgen einer verfehlten Marketingstrategie schützen", so Zypries.
Zypries verfolgt trotz des großen Diskussionsbedarfs ein ehrgeiziges Ziel: Bis Ostern 2004 soll der neue Referentenentwurf stehen.