Vom Amateur zum Profiskateboarder mit "Tony Hawk's Underground"
Selbst eine populäre Spieleserie wie "Tony Hawk" braucht von Zeit zu Zeit neue Impulse und Ideen. Das haben sich auch die Entwickler von Neversoft gedacht und ihrem Erfolgsprodukt kurzerhand Elemente aus "GTA" und Co. spendiert.
Die nunmehr fünfte Ausgabe der erfolgreichen Skateserie markiert die Abkehr vom reinen Funsport und trägt deshalb auch keine Ziffer, sondern den Zusatz "Underground" im Titel. Anstatt mit einem bekannten Skateprofi geht der Spieler mit einem selbst geschaffenen Charakter auf waghalsige Punktejagd. Ziel des neuen Storymodus ist es, vom unbekannten Underdog zum Skater des Jahres zu avancieren. Die andere große Änderung betrifft die Fortbewegung der Spielfigur: Mal erforscht man die zehn Areale zu Fuß, mal mit dem BMX-Bike; auch Motorräder und Autos können selbst gesteuert werden.
Hat man seinen Skater im komfortablen Editor zusammengebastelt, beginnt die Karriere. Los geht's in New Jersey, wo der Spieler ersten Rollbrettruhm erwirbt. Die Handlung - der Aufstieg zum berühmten Profiskater - steht dabei im Mittelpunkt. Leider ist die um den Karriereaufstieg gestrickte Story nicht sonderlich spannend und nicht sehr eng mit den zahlreichen zu lösenden Aufgaben verknüpft. Zudem sind die Dialoge mitunter etwas gewöhnungsbedürftig. Grafische Schwächen bei den Charakteren, auf die man trifft, drücken ebenfalls etwas auf die Atmosphäre.
Dafür wartet "THUG" einmal mehr mit brillanter Spielbarkeit und intuitiver Steuerung auf. Nach wie vor macht es einen Riesenspaß, die nochmals vergrößerten Level auf Rollen zu erkunden. Die Schauplätze wirken noch realistischer und sind vor allem urbaner als in den Vorgängern. Wie gewohnt, lassen etliche Rampen und Half-Pipes viel Freiraum zum ausgelassenen Tricksen. Schlurfende Passanten und dichter Verkehr schaffen eine lebendige Atmosphäre. Erfreulicherweise läuft das mit tollen Animationen garnierte Geschehen sehr flüssig ab. Ebenfalls gelungen, gegenüber den Vorgängern aber nur leicht verbessert, präsentiert sich die Soundkulisse. Ein umfangreicher Soundtrack mehr oder weniger bekannter Acts trägt ebenfalls wieder jede Menge zum Flair bei. Ein mächtiger Editor rundet den Trendsporttitel ab. Hier lassen sich eigene Tricks und Skateparks nebst Zielen und Hindernissen erstellen, die auf Wunsch auf Memory Card verewigt und so mit anderen Spielern ausgetauscht werden können.
Zusätzlich wartet die PS2-Version mit einem exklusiven Feature auf, das Laune macht. So besteht die Möglichkeit, sein eigenes Porträtfoto per E-Mail an Sony einzusenden und das komprimierte Konterfei anschließend via Onlineanbindung auf die Konsole zu übertragen, um es schließlich mit dem Gesicht des selbst erstellten Sportlers zu mappen.
Fazit: "Tony Hawk's Underground" ist ein brillantes Funsportgame, zumal es in den umfangreichen Level nicht mit Überraschungen geizt. Die Stärken der Serie - die tolle Steuerung und Spielbarkeit - wurden beibehalten. Die neuen Elemente sorgen für frischen Wind, sind in der Umsetzung allerdings noch nicht ganz ausgereift. Gerade bei der Integration der Aufgaben in die Handlung gibt es einige Aussetzer. Dennoch ist auch die fünfte Auflage ein Must-Have für Genrefans.