Zypries: Verfehlte Strategie der Entertainmentbranche
Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hat der Entertainmentbranche vorgehalten, das Piraterieproblem durch eine "verfehlte Marketingstrategie" selbst mitverschuldet zu haben.
In einem mit der Fachzeitschrift VideoWoche sagte Bundesjustizministerin Brigitte Zypries zum Problem der Raubkopiererei, dass auch die Preise entscheidend seien: "Die Entertainmentbranche muss wissen, dass sie nicht gegen den Markt produzieren und erfolgreich verkaufen kann. Das Urheberrecht kann nicht vor den Folgen einer verfehlten Marketingstrategie schützen." Zypries warnte die Entertainmentbranche vor zu hohen Erwartungen an den so genannten Zweiten Korb. Zwar gehe es um eine Reform der Privatkopie, "aber es braucht mehr, als mit dem Finger auf die Privatkopie zu zeigen, um die Entwicklung der Entertainmentbranche zu beschreiben", sagte die Ministerin. Vor allem bei nicht kopiergeschützten Werken könne das private Kopieren nicht kontrolliert werden, daher "soll derjenige, der das hinnehmen muss, wenigsten einen finanziellen Ausgleich erhalten". Die Bundesministerin erwartet für die Zukunft bei zunehmender Verbreitung von Digital Rights Management weitere pauschale Vergütungssysteme.